Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1922)
- Date
- 1922-07-01
- Page
- Seite 254 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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254 Hillel und die Sne Batyra werden. Die Batyrener waren der Meinung, es könne hinsichtlich Pessach und Chagiga nur ein Entweder-Oder geben, da beide Einzelopfer seien. Sei Pessach gestattet, dann logischerweise auch Chagiga. Sei Chagiga verboten, dann müsse konsequenterweise auch Pessach verboten sein. Die Batyrener kannten die Gesetzespraxis des sabbatlichen Pessachopfers, die bis dahin vermutlich eine unbestrittene war. Zwar sagt der Bericht, dass sie nicht gewusst hätten, ob Pessach den Sabbat verdränge oder nicht. Aber das heisst nicht, dass sie die bisherige Praxis nicht gekannt hätten. Ja, es dürfte kein Zufall sein, dass der Bericht mit dem Satz beginnt, dass den Batyrenern die Halacha ״sich verbargנתעלמה) ״). Da sonst dieser Ausdruck nur dort angewandt wird, wo es sich um ein absichtliches Ab wenden handelt, so dürfte hier darin die Andeutung liegen, dass die Batyrener die Halacha nicht hätten kennen wollen. Nun schwindet das Rätselhafte des Berichtes. Die Baty-S rener kannten die Gesetzespraxis und brauchten sie nicht erst durch eine Umfrage festzustellen. Ihre ״HÖffnung״ richtete sich nicht darauf zu erfahren, wie das Gesetz bisher gehandhabt worden sei, denn das wussten sie so gut wie das Volk es wusste. Dass es ihnen nicht darum zu tun war, die frühere Gesetzespraxis zu eruieren, ist ja schon daraus ersichtlich, dass sie bereits bei der Festsetzung des Neumonds tages wussten, dass die Pessach-Sabbatfrage akut sei, und dass sie, anstatt sich möglichst früh zu orientieren, erst am 13. Nissan damit herauskamen. Diese Verzögerung zeigt, dass sie nicht sowohl sich orientieren, als vielmehr auf etwas abzielen woBten, dessen Durchführung durch wochenlange Untersuchungen und Verhandlungen nicht gefördert worden wäre. Dieses Ziel war, die von ihnen für ungesetzlich gehaltene bisherige unterschiedliche Behandlung von Pessach und Chagiga aufzuheben. Darauf richtete sich ihre ״Hoffnung“. Als nun Hillel herbeigerufen war und seine Beweisführung mit dem Satz begann: ״Haben wir denn nur ein einziges Pessach im Jahr, das den Sabbat verdrängt? Wir haben ja sehr viele (כמה) Pessachopfer im Jahr, die den Sabbat ver-