Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1922)
- Date
- 1922-07-01
- Page
- Seite 251 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Hillel und die Bne Batyra 201 Es wird nichts über die Art dieser ferneren den ganzen Tag währenden Diskussion gemeldet, die schliesslich von Hillel unter Berufung auf eine autoritative Ueberlieferung abgebrochen wurde. Der Streit Hilles und der Bne Batyra dürfte seine Aufhellung finden, wenn wir ihn in das Licht zweier anderer Berichte stellen, und zwar eines aus der Zeit Schemajas und Abtaljons und eines andern aus der Zeit B. Jochanans ben Sakkai, des Schülers Hillels. Wir wollen den zweiten zuerst betrachten. Derselbe knüpft an Mischnah Roschhaschana IV1 an, wo es heisst, dass am Roschhaschanah, der auf Sabbat fiel, im Heiligtum, aber nicht in der Provinz Schofar geblasen wurde, und dass nach der Tempelzerstörung R. Jochanan ben Sakkai anordnete, dass auch in Jabne zu blasen sei. Hieran schliesst sich in der Gemara folgende Baraita (Roschhasch. 29 b): ״Die Rabbinen haben gelehrt: Einst fiel Roschhaschana auf Sabbat. Da sagte R. Jochanan b. S. zu den Bne Batyra: Wir wollen blasen. Sie erwiderten: Wir wollen urteilen (נדון). Da sagte er zu ihnen: Erst wollen wir blasen und dann urteilen. Nachdem man geblasen hatte, sagten sie: Wir wollen urteilen. Da erwiderte er: Schon wurde das Horn in Jabne gehört, und man erhebt keinen Einwand, wenn die Sache vorüber ist.“' Wie haben wir das zu verstehen? Werden hier Mitglieder des hohen Rates als Narren hingestellt, die sich zu der Verkehrtheit verstehen, ein Urteil, das möglicherweise falsch ist, vollziehen zu lassen und dann erst die Richtigkeit des Urteils zu prüfen? Soll hier das Verhalten der Bne Batyra als sinnlos geschildert werden? Da eine solche Annahme unmöglich ist, so kann diese Stelle meines Erachtens nur folgendermassen erklärt werden: Nach der Ueberzeugung der Bne Batyra war das Schofarblasen, als ein Toragebot, am Sabbat nicht nur in Jabne, sondern überall zu vollziehen. Sie waren der Meinung, dass es überall gelten müsse, wenn es für Jabne galt, und dass es auch in Jabne verboten sein müsse, wenn es überall verboten sei. Die Batyrener waren keine Narren, sondern sie wollten, als R. Jochanan b. S. ihre Zustimmung zum Blasen in Jabne einholte, die ganze Frage aufrollen und zur Entscheidung bringen. Da sie das Blasen in Jabne für statthaft hielten, so konnten *