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Jeschurun · 1922-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1922) · p. Seite 250

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1922)
Date
1922-07-01
Page
Seite 250 (sequence 10)
Language
German
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250 Hillel und die Bne Batyra Opfer) unbestimmt ist. Der Kalwachomer kann widerlegt werden, denn Tamid ist ein hochheiliges, Pessach dagegen ein leichtheiliges Opfer. Und was die Gesera sehawa betrifft, so kann man eine Gesera sehawa nicht von selbst bilden1)״. Was hatte den Batyrenern die Ueberzeugung beigebracht, dass sie von Hillel nichts zu h offen hätten? Der Bericht schliesst: ״Obwohl er den ganzen Tag vor ihnen mit den Auslegungen fortfuhr, nahmen sie es von ihm nicht an, bis er ihnen sagte: Bei* meinem Leben, so habe ich es von Sckemaja und Abtaljon gehört. Als sie das hörten, standen sie auf und setzten ihn zum Nassi ein״. 1) Hier sind in Jeruschalmi einige die Bildung einer Gesera sehawa betreffende Aussprüche des Amora R. Abba bar Memel eingeschaltet, von denen der erste lautet: ״Wenn jemand eine Gesera sehawa von selbst bilden dürfte, dann könnte er folgern, dass ein Kriechtier מטמא באהל und dass ein Leichnam מטמא בבעדשה sei, indem er בגד עור (Lev. 11,32) und בגד עזר (Num. 31,20) als Gesara sehawa benützt.“ Dieser Ausspruch bedarf der Erläuterung. Warum besteht gerade bei einer Gesera sehawa die Gefahr einer Gesetz״ Widrigkeit, 80 dass die selbständige Bildung dieser Deutungsart verboten ist? In der Regel wird das unter Berufung auf Ra mb an (Buch der Gesetze, Grundsatz II) damit erklärt, dass bei der grossen Zahl gleichlautender Vokabeln der Tora durch eine schrankenlose Anwendung dieser Norm leicht falsche Folgerungen gezogen werden können. Aber diese Erklärung kann unmöglich genügen, denn dasselbe trifft auch auf den Kalwachomer zu, dessen selbständige Bildung erlaubt ist, trotzdem vermittels seiner, wie zahlreiche drastische talmudische Exempel (Erubin 13 b, Derech erez r. 1) zeigen, Sinn״ widriges gefolgert werden kann. Vielmehr liegt die Saehe umgekehrt: Ein falscher Kalwachomer kann durch einen andern widerlegt, also unschädlich gemacht werden. Anders aber eine unrichtige Gesera sehawa, die sich ja auf einen Ausdruck beziehen kann, der nur zweimal in der Tora vorkommt, wie das bei dem von R. Abba bar Memel geflissentlich gewählten Beispiel בגד עור der Fall ist, einer Wortanalogie, die sich nur zweimal in der Tora findet. Ebenso findet sich der Ausdruck במועדו nur bei den zwei in Frage stehenden Gesetzen, bei Pessach und bei Tamid. Es ist daher unmöglich, wenn die aus dieser Gesera sehawa gefolgerte Vorschrift falsch ist, die Folgerung durch eine andere Gesera sehawa zu widerlegen. So wird uns der Ausspruch R. Abbas b. M. klar. Auch R a m b a n scheint dies anzudeuten, denn er spricht (a. a. 0.) von den Ausdrücken, die in der Tora ״verdoppelt“ sind (יכפלו), was den Hinweis enthalten kann, dass sie nur zweimal Vorkommen.

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