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Jeschurun · 1922-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1922) · p. Seite 248

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1922)
Date
1922-07-01
Page
Seite 248 (sequence 8)
Language
German
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248 Hillel und die Bne Batyra und Schriftgemässheit einer Halacha bewies, wenn wir tiefer in das Verständnis des talmudischen Berichts eindringen. Von dessen drei Relationen, die sachlich in Uebereinstimmung miteinander sind, ist die ausführlichste und daher, gleichviel ob sie die älteste ist, die deutlichste, die Jeruschalmis. Gerade sie bietet, wenn wir sie recht würdigen, einen lehrreichen Einblick in die Auslegungsart einer besonders wichtigen Epoche. Ich will nun versuchen den Bericht Jeruschalmis aus sich selbst und aus anderen Stellen, die ein Licht auf ihn werfen können, zu erklären, indem ich zuerst darlege, was darin einer Aufhellung bedarf. II. Der Bericht beginnt mit den Worten: ״Diese Halacha verbarg sich den Batyrenischen Aeltesten. Einst fiel der 14. (Nissan) auf einen Sabbat, und sie wussten nicht, ob das Pessachopfer den Sabbat verdränge oder nicht.“ Wie wTar es möglich, dass das höchste Gerichtskollegium über eine Gesetzespraxis im Ungewissen war, die doch aus den Vorjahren bekannt sein musste? Warum stellte es sie, wenn sie seinem Gedächtnis entfallen war, nicht einfach durch eine Umfrage fest? Die Annahme, es sei damals ein Menschenalter hindurch der Fall des Zusammentreffens von Pessachopfer und Sabbat nicht vorgekommen1), ist an sich schon eine Verlegenheitserklärung. Ueberdies berichtet der Talmud am Schlüsse der Erzählung, dass am folgenden Tage (am Sabbat den 14. Nissan) das Volk mit den Opfertieren spontan zum Tempel zog und sogar darüber Bescheid wusste, wie es sich hinsichtlich des Tragens der mitzuführenden Messer zu verhalten habe, denn ״wer ein Lamm darbrachte, steckte das Messer in die Wolle und wer ein Zicklein *,darbrachte, zwischen die Hörner״. Das Volk kannte also sogar Nebendinge der Gesetzespraxis, und der Religionsbehörde sollte die ganze Frage unbekannt gewesen sein? 1) Vgl. Jeruschalmi a. a. 0.: ״R. Abun sagte: Es ist unmöglich, dass innerhalb von zwei Jahrsiebenten der 14. nicht auf einen Sabbat gefallen sein sollte. Wieso verbarg sich ihnen die Halacha? Um Hillel zur Grösse zu bringen.“

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