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Jeschurun · 1922-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1922) · p. Seite 246

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1922)
Date
1922-07-01
Page
Seite 246 (sequence 6)
Language
German
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246 Einiges aus dem Ideenkreis usw. sprechenden Einschränkung (צמצום) zum Ausdruck. Deshalb ist für die meisten Gebote eine Begrenzung, ein bestimmtes Mass gegeben, so für die Grösse der Sukka, des Lulab und des Schophar, für die Anzahl der Opfertiere usw. Auch bezüglich צדקה haben unsere Weisen gesagt, dass man ein Zehntel, und wenn man freigebig ist, ein Fünftel seines Vermögens und seines Erwerbs opfern solle. Dies gilt aber nur für denjenigen, der sich immer streng an die Thora gehalten hat und nicht um Haaresbreite von ihr abgewichen ist. Wer gesündigt hat, der darf und muss, um den göttlichen Gnadenstrom der Vergebung zu sich herabzulenken, auch einen viel grösseren Teil seines Vermögens guten Zwecken widmen. Denn wie der Mensch nicht nach den Kosten fragt, wenn er seinem Körper Heilung bringen will, so darf er auch nicht zurückhalten, wenn es sich um die Genesung der Seele handelt. Von besonderer Wichtigkeit ist es, dass man die Wohltätigkeit fortgesetzt übt; wer mehrmals gibt, hat ein grösseres Verdienst als derjenige, der nur einmal seine Hand öffnet, wenn auch die Summe, die er auf einmal spendet, die gleiche ist. K. Salman erinnert dabei an die Erklärung des Maimonides zu dem Mischnawort הכל לפי רוב המעשה, dass alles nach der grösseren Zahl der guten Taten beurteilt werde. Der wiederholte Entschluss zum Guten bewirkt eine grössere Läuterung der Seele. Mit Nachdruck wird auch auf die hohe Bedeutung der Spenden für Palästina hingewiesen, und K. Salman ermahnt seine Anhänger, jede Woche oder mindestens jeden Monat eine Gabe dafür abzusondem. Dieser kleine Ausschnitt mag einen Begriff geben von dem Geiste, der das ganze System des ß. Salman erfüllt. Es ist zwar alles mit kabbalistischen und chassidischen Gedanken durchflochten, es sind, wenn auch in eigenartiger Färbung, immer wieder die dem Ideenkreis des Chassidismus angehörenden Begriffe, die uns begegnen; aber es ruht doch alles auf dem Gründe der Lehren unserer Weisen, wie sie im Talmud und Midrasch niedergelegt sind.

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