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Jeschurun · 1922-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1922) · p. Seite 245

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1922)
Date
1922-07-01
Page
Seite 245 (sequence 5)
Language
German
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Einiges aus dem Ideenkreis usw. 245 entfaltet sich das Göttliche in der Seele des Menschen, sie erleuchtet die Seele, so dass sie fähig wird der Vereinigung mit dem Unendlichen. Jedes Organ, das ihr dient, so die Hand, welche die Gaben verteilt, erhält eine höhere Heiligkeit, und wird gleichsam zum Buhepunkt für den göttlichen Willen. Die Wohltätigkeit bringt den Segen über die Menschen, sie lässt die Strahlen des göttlichen Lichtes und Geistesstromes in die physische Welt hinabgelangen, und sie schützt die, welche sie ausüben, vor Leiden und Zufällen. In seinen Briefen ermahnt er seine Anhänger immer wieder, dass es unbedingte Pflicht sei, mit vollen Händen zu spenden, und dass man sich in dem eigenen Genüsse und in der eigenen Bequemlichkeit Opfer auf erlegen müsse, um den Armen das Notwendigste zu verschaffen. Die hohe Stellung der מצות צדקה gegenüber den anderen Geboten begründet B. Salman in eigentümlicher Weise. Der Zweck aller praktischen Gebote ist, die animalische Seele zu Gott emporzuführen, sie zur Vereinigung mit dem unendlichen Urlicht zu befähigen. Dies geschieht aber durch צדקה mehr als durch alle anderen Gebote. Denn die anderen Gebote werden durch einzelne Organe des Körpers ausgeführt, sodass dadurch die entsprechenden Seelenkräfte geheiligt werden. Wer aber von dem, was er mit der Kraft seines ganzen Körpers erarbeitet hat, den Armen gibt, der weiht damit die ganze animalische Seele Gott. Und wenn er auch nicht von seiner Hände Arbeit lebt, so hätte er doch das Geld, das er spendet, zur Erhaltung seiner eigenen Körperkraft verwenden können, sodass auch hier jenes Moment in die Erscheinung tritt. Die Wohltätigkeit bewirkt ferner die Befreiung von den Keliphot, von der ״Vorhaut des Herzens״, die den Menschen von der Liebe zu Gott zurückhält. Die Barmherzigkeit, die wir durch מצות צדקה betätigen, erweckt auch die מדת הרחמים, die Eigenschaft des göttlichen Erbarmens. In unserer Zeit, in welcher das Thorastudium von seiner früheren Höhe herabgesunken ist, ist עבודה in erster Linie durch צדקה zu bestätigen, und deshalb heisst es, dass die Erlösung Israels nur durch Wohltätigkeit herbeigeführt wird. In den Geboten der Thora kommt die göttliehe Weisheit in einer dem Wesen der irdischen Welt ent-

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