Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1922)
- Date
- 1922-07-01
- Page
- Seite 244 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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244 Einiges aus dem Ideenkreis usw. der in Mischna und Gemara niedergelegten Halacha mit seinem Geiste umfasst hat, den Willen und die Weisheit Gottes, die an sich unfassbar und unerreichbar sind, geistig umfasst; eine wunderbare Vereinigung, die sonst unmöglich ist. Darin liegt aber der unendliche Vorzug der Erkenntnis und Erforschung der Thora vor allen praktisch zu erfüllenden Geboten. Seit der Zerstörung des Tempels, der die Stätte der Schechina war, hat Gott in seiner Welt nur noch die ״vier Ellen der Halacha“, in der sein Wille und seine Weisheit zum Ausdruck gelangen. Deshalb muss jeder bestrebt sein, durch die Beschäftigung mit der Thora ihm eine Ruhestätte auf Erden zu bereiten. Und durch das Thorastudium wird gleichsam die Schechina zur Erde herabgerufen. Neben dem Thorastudium ist es die Wohltätigkeit (צדקה), deren Bedeutung von R. Salman ganz besonders hervorgehoben wird. Von anderen Chassidim wurde der Wert des praktischen Wohltuns weniger geschätzt. Sie versenkten sich ganz in das geistige Leben, in das Gebet und in die Ergründung der göttliehen Geheimnisse, und verbrachten ihre Tage in völliger Zurückgezogenheit von der Welt, so dass sie für die Bedürfnisse des Lebens und für die sozialen Leiden kein Interesse mehr hatten. Im Gegensatz hierzu hatte R. Salman sich stets auch um die Angelegenheiten der Gesamtheit gekümmert; er stand mitten im Leben und kannte die bedrängte Lage und das furchtbare Elend der ärmeren Klassen, und so rückte für ihn das Gebot der Wohltätigkeit in den Mittelpunkt der praktischen Gebote. Er wird deshalb nicht müde, seine Anhänger immer und immer wieder zu ermahnen, sich dieser Mizwa zu widmen, von deren Erfüllung oft das Leben vieler Menschen abhängig ist. Diejenigen, denen das Mitleid nicht angeboren ist, sollen sich bemühen, es zu erwerben, und wenn es eine Eigenschaft des jüdischen.Stammes ist, barmherzig zu sein, so ist das Verdienst dessen noch grösser, der, entgegen seiner Natur, sich selb3t bezwingt und Wohltätigkeit, übt. Die Wohltätigkeit ist die Grundlage der praktischen Gebote; die Offenbarung der Schechina geschieht nicht durch Thora- Studium und Gebet, sondern durch Wohltätigkeit. Durch sie