Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1922)
- Date
- 1922-05-01
- Page
- Seite 207 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Untersuchungen Ober die Entwicklung usw. 207 Diese ־wenigen Beispiele1) illustrieren deutlich jFrensdorffs Methode. Sie ist jedoch als falsch zu bezeichnen. In allen diesen Fällen darf man nicht zwischen richtigen und unrichtigen Lesarten unterscheiden, sondern nur zwischen älteren und jüngeren. § 12. In diesem Zusammenhang soll auch die bemerkenswerte Tatsache ihre Aufklärung finden, dass die Z a h 1 a n - gaben in den Ueb erschriften häufig der tatsächlichen Anzahl der zitierten Beispiele widersprechen. Frensdorff nennt solche Zahlangaben ״falsch“. Wenn wir auch zugeben, dass dieselben wegen ihrer Kürze einer fehler* haften Abschrift leicht ausgesetzt waren, so ist doch auffällig, dass die Massoreten, welche sonst mit Korrekturen nicht sparten, diese Zahlangaben, deren Unrichtigkeit auf der Hand lag, unverbessert abschrieben, während sie sonst tieferliegende Fehler entdeckten und berichtigten. Ferner: warum ist die — nach der gewöhnlichen Auffassung — ״falsch“ ab geschriebene Zahl in den meisten Fällen niedriger als die tatsächliche Zahl der Beispiele? Wenn es nur Abschreibfehler wären, könnte diese Auffälligkeit nicht erklärt werden. Es scheint daher, dass auch hier wieder die Entwicklung der Massoraangaben Berücksichtigung finden muss. Wenn Mm zu 1 S 1,3 ט״א als Zahl angibt und tatsächlich 48 bringt, Mf 31 ו (ed. Bömberg 1525) ס״ב angibt und tatsächlich 65 zählt, Mf 7 חלופי קריאה die Zahl ל׳ nennt und tatsächlich 39 Beispiele bringt, so sind dies nicht fehlerhafte Lesarten, sondern die Beste und Spuren einer früheren Entwicklungsstufe der Listen, welche weniger Beispiele hatte als die uns vorliegende. Die späteren Massoreten aber, welche die letzten Zusätze machten, vergassen die Zahlangabe zu ändern, was umso verständicher ist als die neu hinzukommenden Beispiele meist einzeln, nach und nach ’) Sie könnten leicht um sehr viele vermehrt werden.