Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1922)
- Date
- 1922-05-01
- Page
- Seite 205 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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205 Untersuchungen über die Entwicklung usw. so und so viel Beispiele gäbe; denn das ,würde einen Verzicht auf ,weitere Sammeltätigkeit, einen Abschluss der massoretischen Arbeit bei diesem Verzeichnis bedeutet haben. Es ist nicht wahrscheinlich, dass die Urheber der Zahlangaben dieses Bewusstsein, am Ende der Entwicklung zu stehen, gehabt hatten, vielmehr ist anzunehmen, dass sie in ihrer Gewissenhaftigkeit ihre Kraft nicht überschätzten und wussten, dass, bei der Fülle des Stoffes nur zu erklärlich, ihnen bei der Zusammenstellung der Listen das eine oder andere Beispiel entgangen sein konnte,*) 2). Bei vielen Listen und Rezensionen von Listen lässt sich direkt nachweisen, dass sie von Vollständigkeit sehr weit entfernt sind, trotzdem in der Ueberschrift eine bestimmte Zahl angegeben ist. So bringt z. B. P 85 als Zahlangabe in der Ueberschrift 45 und führt ebensoviele Beispiele an. In Wirklichkeit gibt es deren im ganzen 148.s) Einen ג) Diese ganze Auffassung widerspricht der von R. Jakob Tarn, welcher in seinem Werke הכרעה nur sagt, dass die massoretischen Listen, wenn sie keine bestimmte Zahl der Beispiele a n g e b e n , nicht als vollständig angesehen werden dürfen. Dort S. 11 heisst es nämlich: ולפי דרכי אפדש שלא תפעה במסדה הנדולה כשתמצא לית דכותהק ללמד •מתוכו ולומר אחרי אשר לא כתב בעל המסדר. את אלו תרין דלית דכותהק עם תרץ לישנין מכלל דחד לישן הוא ואל יעלה על לבך שהרי לא כתב בעל המסרח גם תרין דלית דכותהון שמשמעותם בחד לישן ולא כתב הרבה מהן דלית דכותהון לא עם תרין לישנין ולא עם חד לישן וכו׳ וכן מצאת* בהרבה כללות שלא נתן בהם חשבן שכתב ושיירי• (üeber die Bedeutungen von דלית דכותהק wird in § 13, Ende gehandelt.) Welch wichtige Gründe uns zwingen, gegen R. Jakob Tarn Stellung zu nehmen, ist aus den im Text unmittelbar folgenden Unter- Buchungen ersichtlich. 2) Es ist nicht verwunderlich, dass die meisten der uns vorliegen־ den Massoralisten tatsächlich Vollständigkeit aufweisen; denn sie repräsentieren fast immer die sp äteste Entwicklungsstufe. Daher hat sich auch in der Wissenschaft über die Massora die — uns unrichtig scheinende — Anschauung durchgesetzt, dass Vollständigkeit ein notwendiges Charakteristikum jeder Massoraangabe (mit Ausnahme der Alef-Bet-Listen) sei. 8) Cf. Ginsburg MIV S. 78b § 617 a—d.