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Jeschurun · 1922-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1922) · p. Seite 200

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1922)
Date
1922-05-01
Page
Seite 200 (sequence 24)
Language
German
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200 Die Religionsphilosophie Hrrmann Cohen* s Religion hier scharf zu Tage tritt, sondern auch, weil die Einzigkeit Gottes von sich aus keine Brücke findet zur Welt des Daseins, zum Kosmos. Bei der absoluten Geschiedenbeit zwischen Welt und Gott kann es für Cohen nicht bleiben, denn was wäre Gott, der ein negatives Verhältnis zur Welt hätte.״ Der überlieferte Begriff der Schöpfung aber ist seinem Rationalismus nicht annehmbar. Hier greift er zurück auf die ältesten Probleme der griechischen Philosophie. Auch dort wird zuerst der Begriff des Seienden gedacht, aber das Seiende wird nur gedacht für das Problem des Werdens. Das Schauspiel des ewigen Kommens und Vergehens, Blühens und Welkens lässt den griechischen Geist nicht ruhen, bis er den Begriff des Seienden stabilisierte und seit der Zeit ist der Substanzbegriff aller Philosophie immanent geworden. Die moderne Kritik hat diesen Begriff aller Materialität und aller Scholastik entkleidet, indem sie seine Genesis erkannte und verstand, und Kant ist es, der die Substanz zur Voraussetzung der Relationsbegriffe erhebt. Sie hat so keine Absolutheit, keine Selbständigkeit mehr, sie ist nur die Vorbedingung für die Kausalität, sie ist nur eine Kategorie, die die Kausalität möglich macht, weil diese ohne sie nicht gedacht werden kann. So ist das einzige Sein Voraussetzung für das Werden und so ist auch der Gottesbegriff Vorbedingung für den Begriff der Welt. Seine Einigkeit ist immanent die Beziehung auf das Werden. Die Einzigkeit wird Cohen zur einzigen Ursächliehkeit. Sehr glücklich und treffend nimmt er hier aus der jüdischen Religionsphilosophie die Lehre von den negativen Attributen zu Hilfe. Maimonides legt diese Lehre dahin aus, dass nicht die positiven Attribute negiert werden können, denn sie sind ja noch garnicht vorhanden, sondern die privativen. Die Privation ist nach unserer Ausdrucksweise nichts anderes, als das unendliche Urteil. Trägheit z. B. hat privative Bedeutung, sodass es eine besondere privative Wortform garnicht braucht, wenn wir daher sagen können, dass Gott nicht träge ist, so bedeutet das, dass eine neue Positivität begründet, die Negation völlig entwurzelt wird. Auch Cohen in seiner Logik

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