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Jeschurun · 1922-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1922) · p. Seite 199

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1922)
Date
1922-05-01
Page
Seite 199 (sequence 23)
Language
German
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Die Religionsphilosophie Hermann Cohen’s 199 kemnmg anderer Mächte aus. Wenn der Mensch sein ganzes Wesen, wie es die Liebe fordert, einem anderen Wesen hingeben soll, so muss dieses Wesen das einzige sein. Es kann kein anderes Sein geben ausser dem einzigen Sein Gottes. So liegt in dem Begriff der Einzigkeit Gottes wiederum schon die Kampf- Stellung zu allen polytheistischen Gedanken. Das אנכי schliesst von selbst das לא יהיה ein. Mit vollem Rechte sagt Hermann Cohen: ״Man hat kein Verständnis für den wahren Monotheismus, der Theorie und Praxis vereinigt, wenn man die Ausrottung des Götzendienstes nicht in ihrer unerlässlichen Notwendigkeit begreift, wenn man auch nur eine Spur von Intoleranz, von Fanatismus und Menschenhass in diesem heiligen Eifer gegen die falschen Götter erkennen zu dürfen glaubt. . . Man verrät mit solchem Verdacht nur, dass das eigene Herz nicht durchaus erfüllt ist von dem einzigen Gotte und von der Notwendigkeit seines einzigen Seins. . . . Der einzige Gottesdienst fordert unabweisbar die Ausrottung des falschen Götterdienstes. ... Es gibt keinen Ausweg in der Geschichte des Gottesgeistes״. Der Gegensatz zwischen dem einzigen Gott und den Göttern prägt sich auch aus in dem Unterschied zwischen der unsichtbaren Idee und dem wahrnehmbaren Bilde. Von Gott kann es kein Abbild geben, er ist schlechthin nur Urbild für den Geist, aber nicht Gegenstand für die Nachbilduug. Der Götterdienst ist seinem Wesen nach Bilderdienst und die Gefahr des Polytheismus wird nicht so sehr an der unmittelbaren Vergöttlichung der Naturerscheinung erkannt, als an der Anbetung des Abbildes, das Künstlerhand zum Gotte erhob. Die Kunst erst ist es, die die Sinnenwelt zum verführerischen Urbilde macht. Der Kampf für Gott ist aber der Kampf des Seins gegen den Schein, der Kampf des Urseins gegen die Abbilder; *Die Lüge im Götzendienst gilt es zu erkennen, die Selbsttäuschung“. — ״Es ist die Probe des wahren Gottes, dass es kein Bild von ihm geben kann״. b) Schöpfung: Der Begriff der Schöpfung bildet für Cohen eine besondere Schwierigkeit, nicht nur weil der Widerstreit zwischen der Logik der Begriffe und den Quellen der

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