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Jeschurun · 1922-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1922) · p. Seite 201

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1922)
Date
1922-05-01
Page
Seite 201 (sequence 25)
Language
German
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Die Religionsphilosophie Hermann Cohgn’s 201 der reinen Erkenntnis kennt diese Kategorie des Urteils, es ist für ihn das Urteil des Ursprungs. Wenn also gesagt wird, Gott ist nicht träge, so heisst das, Gott ist der Ursprung d er Aktivit ät. Er ist der Urgrund aller Tätigkeit, die Schöpfung ist somit das Urattribut Gottes, sie ist nicht nur die Konsequenz aus der Einzigkeit des göttlichen Seins, sondern letzthin mit ihr identisch. Die Einzigkeit des Seins vollzieht sich in der Schöpfung. So wird das Rätsel der Schöpfung in die Definition Gottes gelegt und durch die Definition gelöst. Nicht um ein materielles Hervorgehen handelt es sich, sondern nur um logische Beziehung. Nicht dadurch wird das Werden aus dem Sein erklärbar, dass das Werden vorher in dem Sein enthalten war, sondern die Differenz zwischen Werden und Sein kann lediglich logisch gedacht sein, entsprechend der Differenz zwischen Bejahung und Verneinung. So gelingt es Cohen, den Begriff der Schöpfung in Einklang zu bringen mit den Forderungen seiner Philosophie. Ueber die Bedeutung dieser Definition soll noch gesprochen werden. Von hier aus aber gewinnt auch der Gottesgedanke eine neue Wendung, er wird nur Beziehung zum Werden, zur Kausalität der Welt. (Fortsetzung folgt.)

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