Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1922)
- Date
- 1922-05-01
- Page
- Seite 191 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Religionsphüosophie Herrn. Cohen’s 191 Und nannte Jehuda Halevi Israel das Herz der Menschheit, so meint der Midrasch, wenn man tiefer schürft, das Gleiche, wenn er sagt: die Gottheit ist als das Herz Israels zu bezeichnen46). _ Ueber die Stellung der Bibel zu unserem Problem in einem dritten Aufsatz. J. W. Die Religionsphilosophie Herrn. Cohens. Von Harry Levy, Berlin. * (Fortsetzung). Das Judentum als Religion der Vernunft. I. Die Wertung der Quellen. Kernbegriff der Religion ist für Cohen — wie wir schon sahen — das Individuum, seine Entdeckung, Realisierung, Sicherung, die spezifisch-religiöse Leistung, zugleich der bedeutsamste Anteil der Religion am Problem der Erkenntnis. Denn das ״absolute Ich* ist für die Philosophie der archimedische Punkt, der feste Ort ausserhalb des objektivierten Weltenbildes. Es ist nicht eine Idee von besonderer schöpferischer Kraft oder theoretischer Tiefe, es ist ein völlig neuer Aspekt, unter den alle Erscheinungen des Lebens treten. So gewinnen von hier aus alle religiösen Probleme Form und Gestaltung, von hier aus lässt sich auch die überraschende und einzigartige Tatsache erklären, dass der starrste Rationalist unter allen Denkern der Gegenwart doch zu fast allen überlieferten Werten der Religion eine positive Stellung findet. Allerdings vollbringt das Individuum diese theoretische Leistung erst in Verbindung mit zwei anderen Gedankenmotiven, die schon von Anfang an das Cohen’sche Denken beherrschen und den Charakter seiner Philosophie bestimmen: Dem monotheistischen Gottesbegriff und der messianischen Menschheitsidee. Wir haben das erste Motiv nur 46j ebds. 46 b.