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Jeschurun · 1922-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1922) · p. Seite 184

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Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1922)
Date
1922-05-01
Page
Seite 184 (sequence 8)
Language
German
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184 Die Erwählung Israels gewisser Spielraum gelassen wird19). Sittsamkeit und Frechheit der Vorfahren wirken bestimmend ein auf die folgenden Generationen20). Und wenn den Sklaven und Heiden bestimmte Eigenschaften ohne weiteres zugeschrieben werden21), so ist natürlich die Umgebung und das von Pflichten unbeschwerte 22) Leben wie auch die Art ihrer Ernährung daran schuld, nicht minder aber ihre Anlage. So ist die Vollkommenheit Israels, die Fähigkeit und die Bereitschaft für seine Erwählung eine ererbte Anlage. Das Streben herrscht daher, alles, was Zeichen dieser Vollkommenheit ist, auch den Ahnen zuzuschreiben und nicht nur bis zu dem eigentlichen Ahnherrn Abraham, sondern darüber hinaus, bis auf den ersten Menschen, der als ausschliesslich aus Gottes Hand hervorgegangen, an sich das vollkommenste Wesen war23), dessen Vollkommenheit sich freilich nur in bestimmten Gliedern seiner Nachkommen erhalten hat. Von Adam bis Serubabel geht die Liste einer ganzen Ahnenreihe, die ohne Vorhaut geboren wurden, den Stempel der Vollkommenheit so bereits bei der Geburt tragend24). Die Kontinuität aller Geschlechter wird zugleich dadurch erwiesen, dass der Stab Mosches bereits in der Hand Adams, Noachs, Abrahams usw. war25). Das Bethdin Sems26), die Bethäuser von Sem und Eber27), die Erfüllung der Mizwoth durch Abraham28), Isak29), Jakob30), Joseph31), sind ein anderes Beispiel. Das bekannte Streben, nicht nur die Befolgung der Gebote der Thora bis ins Einzelne, sondern selbst das Thora- Studium in^äie älteste Zeit zurückzuverlegen, findet nicht minder in der Auffassung die Erwählung Israels als eine natürliche Fortsetzung der geschichtlichen Entwickelung anzusehen, seine Begründung. In dieser Betonung, dass die Erwählung nicht ein will- 19) Niddah 16 b. 29) Megillah 10b; Kidd. 70b. 2*) Gittin 13a. 22) Kethub. 11a; Baba b. 45 a. 23) Das ist doch die allgemeine Annahme, wogegen das grosse Sündenregister Adams Sanhedrin 88 b als vereinzelte Meinung zurücktreten muss. 24) Sabb. 146 b. 25) Aboth de R. N. II. 26) Pirke de R. E. VIII. 2ל) Makk. 23 a. 28) Gen. R. 84,8. 29) Kidd. IV, 14. 30) pe8. de R. K. 98 c. 31) a0n. R. 11, 7.

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