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Jeschurun · 1922-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1922) · p. Seite 183

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1922)
Date
1922-05-01
Page
Seite 183 (sequence 7)
Language
German
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Die Erwählung־ Israels 183 im Wasser schwankt״. Das Schilfrohr steht im Wasser . . . Die stärksten Winde können es nicht von der Stelle bewegen, denn es folgt all ihren Bewegungen und sind die Stürme vorüber, dann steht es wie früher da. Bileam vergBch Israel mit der Ceder . . . kommt der rechte Sturm, dann ist sie entwurzelt13״). Die zarte Seite zeigen sie Gott, die spröde den Heiden gegenüber: »Mir sind sie wie die leicht zu beredende Taube, was ich ihnen nur gebiete, das führen sie aus, was ich über sie verhänge, dem folgen sie, aber den Heiden gegenüber, wenn sie ihnen sagen: was wollt ihr vom Sabbath, was wollt ihr von der Milab, da werden sie wie die wilden Tiere: Juda ein junger Löwe, Benjamin einreissenderWolf, Dan eine lauernde Schlange14 ״). Die biblischen Vergleiche Israels mit dem Staube und den Sternen im Pentateuch, mancherlei Tieren bei den Propheten und vor allem die so mannigfach symbolisch abgewandelte Bilderreihe im Hohen Liede wird vom Midrasch zwar zumeist für die Schilderung des Dulder-Schicksals Israels erweitert, recht häufig aber zur Darstellung der erwähnten Charakterzüge15). Den eigenartigen Charakter Israels hebt der Talmud selbst mit diesem Terminus hervor: .אץ אדם יכול לעמוד על אופיר של אומה זי. Aus dem Charakter dieses Volkes kann man nicht recht klug werden; sie geben für das goldene Kalb ihre Spende und nicht minder für das Stiftszelt16). Der Talmud scheidet auch, wie bekannt, die verschiedenen Stämme Israels nach Charakteren17). Ebenso ist ihm der Gedanke der Vererbung nicht fremd, nach der sich die Eigenschaften der Eltern physisch und psychisch auf die Nachkommen vererben. Die Eigenschaften zweier gleichgestaltiger Eltern potenzieren sich. Mann und Frau von gleich kleiner Statur, von gleich dunkler Hautfarbe sollen darum nicht einander heiraten18). Wenn auch der Vorsehung für den Anteil an der physischen und psychischen Bildung des Menschen im Mutterleib immer noch ein 13) Taanith 20 a. 14) Ex. R. 21, 9. «) Vgl. Gen. R. 41, 9; Schirhasch. zu 2, 2 zu 4,1 u. 0. 16) Schekalim 2 b. 17) Gen. R. 98. 18) Becboroth 45 b.

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