Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1922-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1922) · p. Seite 185

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1922)
Date
1922-05-01
Page
Seite 185 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2292929-2293011-2293015--05614-2298897
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Die Erwählung Israels 185 kürliclier Akt ist, sondern sich von selbst durch die jgrerbte Eignung darbot, liegt schon an sich ein Protest gegen den Partikularismus; zumal wenn berücksichtigt wird, dass Adam und Noach, den Ahnherren der ganzen Völkerfamilie oft die gleiche Stellung, wie dem besonderen Ahnherrn Israels, Abraham eingeräumt wird. Das könnte noch unterstrichen werden, durch den Hinweis auf die mannigfachen Stellen, die es aussprechen, dass an sich die ganze Menschheit für das Gottesgesetz bestimmt war. Da sie allgemein bekannt sind, nur einiges: Mosche fragt verwundert: Hast du denn von allen 70 Völkern nur an Israel den Auftrag für mich?32). Und die grosse Gerichtsscene, in der alle Völker vor Gott erscheinen, um ihren Lohn zu empfangen und nur darum von Gott zurückgewiesen werden, weil sie die Thora nicht gehalten oder nicht annehmen wollten oder die ihnen aus reiner Gnade im letzten Augenblick gewährte Probe nicht bestehen34), die Schilderung dieser Gerichtsscene ist nur scheinbar partikularistisch, in Wahrheit ist sie mit den Problemen, die sie aufweist, mit den selbst als schwierig empfundenen Lösungen der stärkste Ausdruck für das Gefühl, dass das Gottesgesetz nicht an ein einziges Volk geknüpft sein durfte. Es wird nie darauf hingewiesen, dass R. Simlai, der Tradent dieser im Zusammenhang wohl umfassendsten Schilderung ״der Ausnahme- Stellung Israels״, einer Schilderung, wie sie in solcher Ausführlichkeit uns nirgends in Talmud und Midrasch begegnet, dass unser R. Simlai zugleich der Autor jener berühmton und viel zitierten Darstellung ist, wie die 613 Gebote Mosches von den Führern und Propheten Israels allmählich auf ein einziges zurückgeführt werden85), einer Agada, die an universalistischem Ideengehalt ebenso wenig von irgend einer übertroffen wird. Ja, trotzdem die Thora von den Völkern, denen sie angeboten worden war, abgelehnt wurde36), wird es ausgesprochen: ״Wie aus dem einen Hammerschlag zahlreiche Funken stieben, so teilte sich jedes der Zehnworte am Sinai in 70 Sprachen־(37 ״ 32) Pes. de R. K. 86 a. 83) ebds. 16 a. 34) Ab. Sara 2afl. 35) Makkoth 24 a. 3«) Ab. s. 2 b. 37) Sabb. 88b.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.