Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 156 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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156 Untersuchungen über die Entwicklung usw. Maseorawissenscbaft einzugliedern. War doch ihr erstes Ziel, die Reinheit des Konsonantentextes der Bibel zu erhalten! Durch Abschriften konnte man, auch wenn sie noch so zahlreich waren, dieser Aufgabe nicht gerecht werden; denn jede Abschrift war eine neue Fehlerquelle. Daher bildeten die Massoreten eine eigene Methode aus. Sie scheuten nicht die Arbeit — galt ihnen doch ihre ganze Tätigkeit als ein religiöses Werk, für welches die grössten Opfer zu bringen, sie bereit waren —, durch mühseliges Sammeln und Zählen zum Ziele zu gelangen. Sie begannen mit den seltensten und merkwürdigsten Wortformen, gelangten dann zu den weniger auffälligen, bis schliesslich am Ende der massoretischen Tätigkeit alle Merkwürdigkeiten erschöpft waren und die massoretischen Listen sich mit Problemen beschäftigten, welche eigentlich keine Probleme waren. Es wurden Verzeichnisse von Wortformen zusammengestellt, welche nichts Auffälliges zeigen, sondern nur irgend eine ä u s s e r e Oieichheit, Aehnlichkeit oder Gegensätzlichkeit aufweisen. So :finden wir Verzeichnisse von Wörtern, die nur einmal mit Wau und einmal ohne Wau (cf. PI), viermal ohne Wau und einmal mit Wau (cf. P 17), einmal mit Nun finale und einmal mit Mem finale (cf. P 12) Vorkommen; Listen von Hapaxlegomena, die mit Kof beginnen (cf. P 19), die mit Mem finale schliessen (cf. P 34) usw. usw. An Hand solcher Verzeichnisse konnte in früheren Z6iten und wird auch heute noch der massoretische Bibeltext kontrolliert und korrigiert. Es zeigt sich manchmal, dass einzelne seiner Stellen durch die Massoralisten in einer genaueren Form erhalten worden sind, als sie selbst unsere modernen Bibelausgaben zeigen. § 7. Aus Vorstehendem ist also zu entnehmen, dass es zwei Hauptarten von Massoraangaben gibt: L kurze Bemerk ס n g e n , nur auf ein einzelnes Wort, eine einzelne Wortform sich beziehend; 2. Listen, welche Wortformen usw. nach bestimmten Gesichtspunkten sammeln. Das relativ-zeitliche Verhältnis dieser beiden Arten zueinander lässt sich mit exakten Beweisen nicht bestimmen. Mit grosser