Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 153 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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Untersuchungen über die Entwicklung usw. 153 Die Tätigkeit der Massoreten beschränkte sich in ihren -ersten Anfängen wohl darauf, dass sie in den Bibelhand־ Schriften diejenigen Stellen, welche ihr Interesse geweckt hatten, am Bande des Textes mit Punkten (etwa im Sinne unseres Rufzeichens) oder ganz kurzen Bemerkungen versahen, die bei der Lektüre oder Abschrift die Aufmerksamkeit auf irgend eine Unregelmässigkeit, seltene Form usw. lenken sollten1;. Diese Art massoretischer Angaben hat sich noch in der Massora J) Wenn es auch religionsgesetzlich verboten war, in den für den Gottesdienst bestimmten Thorarollen irgendwelche Anmerkungen zu machen (vgl. Mischna Jadaim 111,4, wonach die Bänder der Thorarollen (גליונות) dieselbe Heiligkeit besitzen wie der beschriebene Teil selbst), so wurde schon in den ältesten Zeiten der Pentateuch ausserdem noch für mehr profane (Lern- und Lehr-) Zwecke abgeschrieben. Dies geht aus der Talmudstelle Gittin 60a hervor: מהו לקרות בחומשים ״ בבית הכנסת בציבורDarf man die fünf Bücher der Thora, wenn sie von einander getrennt geschrieben sind, zur Vorlesung in der Synagoge verwenden“. Nach Baba Batra 13b (תנו רבנן הרוצה לדבק הורה נביאים וכתובים באחד מדבק) war es erlaubt, Pentateuch, Propheten und Hagiographen mit einander zu verbinden. Da die übrigen biblischen Bücher nicht den strengen Vorschriften wie die zur Vorlesung bestimmten Thorarollen unterworfen waren, ist mit grosser Sicherheit aus dieser Stell8 zu entnehmen, dass auch Thoratexte geschrieben wurden, bei welchen die für den synagogalen Gebrauch geltenden Vorschriften nicht böachtet wurden. Es scheint auch, dass noch andere Talmudstellen solche Thoratexte voraussetzen. So ist Kidduschin 30a zu lesen: פסוקי מיהא ״ ליתו?^מבויהWir können doch (eine Thorarolle holen und) die Verse zählen!“ Vgl. ferner die von den Responsen der Geonim Nr. 3 (ich zitiere nach H. Deutsch, die Sprüche Salomo’s... I S. 78) gebrachte Baraita, die allem Anschein nach sehr alt ist: ברייתא הדא בספרים באותו ספד תורה שמצאו בירושלים שהיה משוגה בכתב ובמנין פסוקים. Diesen Stellen ist zu entnehmen, dass die Abteilung der Verse angedeutet war. Solche Bemerkungen können sich schwerlich auf die für die gottesdienstliche Vorlesung verwendeten Thorarolien beziehen, da die heute und in alter Zeit geübte Praxis dagegen spricht. Vgl. Orach Chaijim XXXII, 32 und daselbst Magen Abraham 45; ferner מלאכת שמים (von S. B. Bamberger, Altona 1S03) Kap. 25 § 3. In Berachot 62 a bringt Raschi eine Erkiärung, auf Grund deren die Worte שמראה בהן טעמי הורה andeuten sollen, dass man mit der rechten Hand auf gewisse Tonzeichen (נגינות) im Buche hinwies. Raschi setzt also voraus, dass irgend eine Art graphischer Zeichen dafür bereits vorhanden war, die aber nur in für profane