Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 152 (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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iifliwi■ «mmmmuwmumKmmwnmfwnmmmummmmmmfmnfnm ו י■ ■ווו■! .152 Untersuchungen über die Entwicklung usw Die Massoreten biidetexi eine eigene Methode aus. Sie besteht nicht wie die der grammatischen Wissenschaft im allgemeinen in der Aufstellung allgemeiner Gesetze und ״Regeln״, sondern in der Konstatierung und Registrierung von Merkwürdigkeiten. Der Ort, wo diese Ergebnisse niedergelegt wurden, war — der freie Raum am Rande der Bibelhandschriften 14). Diese Art der schriftlichen Fixierung war üblich bis ungefalir zur Wende des ersten Jahrtausends15). 14) Das dies eine sehr grosse Gefahr für die genaue Ueberlieferung der Massoraangaben in sich barg, zeigt in eingehendster Weise Elia Levita in der zweiten Vorrede zu ס׳ מסית המפרה, wenn auch seine Schilderung nicht für alle Bibeihandschriften (mit Massora) zu trifft. Er schreibt: כי הסופרים הזידו ועל המכורה לא הקפידו זרק עיקר השיבותם ליפות את כתיבתם ויכוון את השורות שלא ישנו את הצורות ובו׳. Die Abschreiber suchten den freien Raum über, unter und neben den! Bibeltext in kalligraphisch möglichst schöner Form völlig ausfüllen. Diesem Bestreben musste die Genauigkeit der massoretisclien Bemerkungen zum Opfer fallen. Sie wurden in allerlei vorgezeichnete Figuren (Kronen, Blumen, Tiere) hineingezwängt und nach dem jeweils zur Verfügung stehenden freien Raum durch Abkürzungen, Auslassungen, Wiederholungen oder andere Verstümmelungen beliebig verändert. Als Beweis sei auf H 75 hingewiesen. Dieses Verzeichnis findet sich in der übrigen Massora nicht. Man muss daher annehmen, dass der Redaktor von H es selbstständig — und zwar aus einem Bibelkodex — in die ihm vorliegende Ochla w’ochla-Sammlung aufgenommen hat. Wer dieses Verzeichnis durchsieht, bemerkt sofort, dass — es ist das einzige von H in dieser Art — sein Text völlig verderbt ist und nur mit grosser Mühe von uns rekonstruiert werden konnte. Die Menge und Art der Fehler zeigt deutlich, ,dass das Verzeichnis im Bibelkodex in irgend einer Figur zur Darstellung gebracht war und deshalb so schlecht überliefert ist. (Eine Liste von Werken, welche Stücke aus derartigen Bibelhandschriften als Facsimile veröffentlichen, findet sich bei Bergsträsser H G § 5e). * 15) Die ursprünglichsten, einfachsten unter den Formen der maseoretisehen Angaben, die wir nunmehr in genetischer Anordnung vorführen werden, gehören auch schon der talmudischen Zeit an. Wir verzeichnen sie hier, weil erst in dieser Epoche für die wichtigeren und wichtigsten Entwicklungsstufen uns einwandfreies Beweismaterial zur Verfügung steht.