Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 151 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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Untersuchungen über die Entwicklung usw. 151 Allmählich dringen auch grammatische Bemerkungen in die Massora ein. P 42 und 43 sprechen vom Mappik, P 54 vom Unterschied des männlichen und weiblichen Possessiv-Suffixes, P 236 von dem Suffix des Singulars und Plurals usw. Als Ergebnis dieser Spezialuntersuchungen ist festzustellen: Die Massoreten suchten ih1*8 Forschungen über den Bibeltext den jeweiligen Fortschritten der jüdischen Wissenschaft anzupassen und wandten den jeweils aktuellen Problemen ihr Augenmerk zu. Wenn es uns gelingt, auf Grund reichsten Quellenmaterials bei den einzelnen Massoralisten nachzuweisen, welcher Zeit und Schule sie ihre Entstehußg verdanken, unter welchen Einflüssen sie bezüglich ihres allgemeiuen Inhalts, ihrer Termini usw. Veranderungen erfahren haben, kurzum, wenn uns, die geschichtliche Entwicklung der einzelnen Massoraangaben klar vor Augen steht, so kann dies Ergebnis fruchtbar verwertet werden für die Erforschung der Geschichte mancher hebräisch-grammatischer Probleme. Andererseits wird durch diese genauen Kenntnisse wieder manche Schwierigkeit in der Massorawissenschaft gelöst. So stehen die beiderseitigen Forschungen in Wechselbeziehung zueinander und befruchten sich gegenseitig. Wir sehen — um nun die Ergebnisse der § 1, 2, 3 u. 4 zusammenzufassen —, dass die massoretische Tätigkeit in den dem Abschluss des Talmuds folgenden, nächsten Jahrhunderten sich auf die verschiedensten neuen Gebiete ausdehnte. Die Schöpfung der Vokalisation und Akzentuation, midraschische Bibelexegese. die E r gebnisse der grammatischen Forschungen, — sie alle h״aben der massoretischen Tätigkeit neues Material geliefert und sie in neue Bahnen gelenkt. § 5. Das zweite Hauptproblem dieses Kapitels lässt sich in folgende Fragen fassen: In welcher Weise haben die Massoreten das so reiche Material bearbeitet? Wie wurden die wissenschaftlichen Ergebnisse ihrer Tätigkeit schriftlich fixiert?