Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 146 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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146 Untersuchungen über die Entwicklung usw. Es scheint auch, dass midraschische Erklärungen in der späteren Zeit irrtümliche massoretische Bemerkungen hervorgerufen haben. Zu I. Sam 17, 34 gibt es eine Auslegung (zitiert bei M. L. M a 1 b i m , Bibelkommentar, Wilna 1912, z. St.), nach welcher David sich aus der Haut des Lammes einen Gurt verfertigte und in dem Gespräch mit Saul auf diesen hinwies. In einigen Texten ist diese Erklärung dadurch angedeutet, dassKere Ktib steht ('שה כ׳ זה ק); das hinweisende Fürwort זה soll ausdrücken, dass David diesen Gurt damals trug und ihn Saul mit dem Worte זה zeigte. Wie מנהת שי und Ginsburg in seiner Prophetenausgabe (London 1911) z. St. schon bemerken, ist Kere Ktib an dieser Stelle unrichtig. Es besteht daher die Wahrscheinlichkeit, dass die Midraschdeutung die Quelle für diese falsche Lesart war1), welche sich in keiner deutlich midraschisehes oder auch talmudisches Gepräge und können kaum mehr a!3 rein massoretisch angesprochen werden. Der Uebereifer der Schreiber hat die Listen unnötigerweise um unpassende vermehrt. Manche Massoreten hielten es für ihre Aufgabe, aus der ältesten Literatur, so vor allem aus dem Talmud (Traktat Soferim eingesehlossen) kleine, nicht rein massoretische Bemerkungen herauszusuchen und sie den Massorasammlungen anzufügen, deren ursprüngliche Rezensionen aber solche Angaben bewusst meiden. So bringen P 182 u. 183 fünf Stellen der Thora und fünf Stellen der anderen biblischen Bücher, wo קל והומר (Schluss, vom Leichteren auf das Schwerere) vorkommt. Anmerkung •X (in H) zählt fünf Yerse auf, in welchen das Wörtchen הוא zur Bezeichnung eines frommen Mannes, fünf, wo es zur Bezeichnung eines Frevlers gebraucht wird. Anmerkung XXI in H führt elf Männer an, welche in der Bibel איש האלהים genannt werden. Dass die Massoreten auch das rein talmudiscli-halackische Gebiet• beherrschten, zeigt Anmerkung III (in H). Hier werden die drei Stellen aufgezählt, wo die Verbindung לא אבה vorkommt. Manche schreiben im גט חליצה — so heisst es dort — ולא אבא (mit Wau). Dies widerlegt der Schreiber durch einen Hinweis auf eine Talmudstelle; es ist Jebamot 106b. Die prägnante Kürze und exakte Beweisführung, mit welcher dies geschieht, lassen unschwer die talmudische Gewandtheit des Verfassers erkennen. (Genaueres darüber findet sich bei .den Quellen- Scheidungen im III. Kapitel). D In dem im Jahre 1139 von Menachem bar Salomon verfassten Midraschwerke שבל טוב (ed. S. Buber, Berlin 1900) finden sich sehr viele קרי a*n>Stellen, welche unser massoretische Text nicht kennt, (z. B. Gn 18,15: