Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 139 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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Untersuchungen über die Entwicklung usw. 139 beiden Arten des tiberisehen, das babylonische (nur Trennungsakzente!) und das palästicisehe. ץ Die Schaffung der zum Teil sehr komplizierten Vokalisaiions- Systeme vor allem die Erfindung und Einführung der Lesezeichen (Schwa, Chatef, Dagesch, Mappik, Maklcef, Meteg), setzt grammatische Beherrschung der Sprache voraus* Auch die Akzentuation steht in enger Beziehung zur Grammatik: mittelbar dadurch, dass die Vokale vielfach von den Akzenten abhängig sind (siebe Pausa, Nesiga, Spirierung anlautender בגד כפת, Vokal Veränderungen vor Mappik); u n m i 11 e 1bar deshalb, weil eine Beihe vor! Wörtern je ־asten der Tonsilbe verschiedene Bedeutung hat1}. So zeigt sich, dass auch die grammatischen Forschungen in der damaligen Zeit eifrige Pflege gefunden haben müssen. 2) *) Hierfür einige Beispiele: Das Jes 89,1 verkommende Wort חלה — r ist vom Stamm ״ חלהerkranken“ abgeleitet und muss daher auf der letzten Silbe den Wortton tragen, während הלה Jes 54,1 vom Stamme חול ״kreisen“ gebildet und daher מלעיל betont ist. Das Wort עזבו bedeutet ״zurückkehren“ (Stamm י(ש.ב wenn die erste Silbe den Ton trägt, anderenfalls ״gefangennehmen“ (Stamm שבה). Vgl. hierzu ferner Raschis Pentateuchkommentar zu Gn 15,17 H Gn 29,6; 9 j) Dt 11,80 fl ferner Ibn Ezras Pentateuchkommentar Gn 29,6; 9. 2) Wer diese grammatischen Vorarbeiten, ohne welche die Vokalisation und Akzentuation nicht hätte geschaffen werden können, geleistet hat, lässt sich aus dem von uns durchgearbeiteten Material nicht nachweisen. Es ist naheliegend, an die Massoreten selbst zu denken, denen wohl der Bibeltext am vertrautesten gewesen sein musste. Die Entscheidung in dieser Frage hängt von folgender Erwägung ab: Haben die Massoreten bei diesen sprachwissenschaftlichen Fortschritten erst sekundäre Arbeit geleistet, indem sie den vorliegenden punktierten und akzentuierten Bibeltext ebenso wie früher den Konsonantentext durch ihre eigenen Methoden 1a seiner Reinheit zu erhalten suchten und ihre Listen, welche die einzelnen Entwicklungsstufen der Vokalisation und Akzentuation zeigen, erst auf Grund des vokalisierten und akzentuierten Bibelfcextes schufen? Oder waren die mässoretischen (Wörter und Wortformen mit gleichen oder ähnlichen sprachliehen Eigentümlichkeiten sammelnden) Verzeichnisse die Vorarbeiten, welche die Punktatoren erst in den Stand setzten, ihre schwierige Aufgabe durch- Zufuhren. Die מלעיליימלרע-Verzeichnisse (P 5, P 46 usw.) könnten der Vokalisation ohne Weiteres zeitlich vorangegangen sein.