Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 138 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Untersuchungen über die Entwicklung usw. auf und geht — streng genommen — über dieses nicht mehr hinaus. Aber die Massora! Nur wenige Spuren begegnen uns von ihr in der ältesten Literatur. Die meisten der von ihr gezeitigten Ergebnisse wurden mündlich weitergelehrt oder fanden auf andere Weise bessere schriftliche Fixierung, als sie der Talmud bieten konnte.1) Und diese hemmte nicht die Weiterentwicklung, sondern forderte förmlich eine solche heraus*. Ausserdem wuchs die Fülle und Bedeutung des massoretischen Materials in einem Grade, dass die Massoreten und die Massora vor bisher unbekannte Probleme gestellt wurden. Aber auch diese Neuorientierung hatte kein anderes Ziel als die übrige jüdische Wissenschaft der damaligen Zeit: die Reinheit des überlieferten Bibeltextes und der traditionellen Gesetzesauslegung zu erhalten. Unsere erste Hauptfrage lautet: Welches Material haben die Massoreten in diesem Zeitraum bearbeitet? Inwiefern hat sich dieses seit Abschluss des Talmuds — vor allem unter dem Einfluss des Fort- Schrittes in der hebräischen S p r a c h w ו s s e n - schaft — erweitert? § 1. Um das Jahr 600 setzte ein sehr bedeutender Fortschritt in der wissenschaftlichen Bearbeitung der hebräischen Sprache ein. Drei verschiedene Vokalisationssysteme haben dieser Zeit ihre Entstehung zu verdanken. Die beiden ״superlinearen“, nämlich das babylonische und palästinische, ferner das ״sublineare״!iberische. Ausserdem wurden in diesen Jahrhunderten drei bezw. vier Akzentuationssysteme geschaffen: die* ___ f ן) Selbst der Traktat Solerim, welcher — wie schon der Name sagt— eigentlich massoretischen Inhalts sein sollte, kann nicht als unmittelbarer Niederschlag dieser Tätigkeit angesehen werden. Seine Ueberlieferungen stehen vielfach im Widerspruch mit denen der Massora. (Siehe P?9, 100, 105, 106, 112, vor allem P 146 usw.). Und er ist wohl deshalb so korrupt erhalten, weil die einzigen, welche volles Verständnis für seinen Inhalt hesassen, ihm sehr wenig Beachtung schenkten.