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Jeschurun · 1922-03-01 · Heft 3-4 (März 1922) · p. Seite 112

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 3-4 (März 1922)
Date
1922-03-01
Page
Seite 112 (sequence 32)
Language
German
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112 Der moderne Kampf usw. wirklich dem Texte gerecht? Fragen wir seine einzelnen Teile nach ihrer Antwort! Nun gewiss, Jakob richtete jenen Stein als eine Mazeba, eine Säule auf (V. 18 a). Aber genau so wird von ihm auch erzählt, dass er einen Stein als Zeichen der Erinnerung an den Vertrag mit Laban aufstellte, und dieser Stein heisst ebenfalls Mazeba (31, 45). Folglich braucht auch die Mazeba von 28, 18 nur ein Denkstein, ein Stein der Erinnerung an ein aussserordentliches Erlebnis zu sein. Ferner goss Jakob Oel oben auf den Stein (28,18 b). Aber dies ist nur ein Ausdruck für ״salben‘־ denn ganz eben dieselbe Redeweise steht in 3. Mos. 8,12 und 1. Sam. 10,1 anstatt ״er salbte ihn‘*, und die Worte von 28,18b sind auch in 31,13 durch maschach ״salben״ ersetzt, und jenes Salben braucht nur einen Akt der Weihung, nämlich zu einem Denkmal und Grundstein eines Gotteshauses zu bezeichnen. Denn so wird das Salben auch in bezug auf den Altar usw. gebraucht (2. Mos. 29, 36 usw.). Also der Gedanke, dass Jakob jenen Stein als einen Fetisch, als die Wohnung eines Geistes, betrachtet habe, läs3t sich nicht positiv aus dem Text von 1. Mos. 18, 17 ff. erweisen. Dagegen aber, dass die Erzählung den Stein als einen Fetisch habe charakterisieren wollen, sprechen mehrere Gründe ausdrücklich: Erstens lautet der Ausruf Jakobs nicht ״Wie furchtbar ist dieser Stein!״, sondern ״Wie furchtbar ist dieser Ort!״ (V. 17 a). Zweitens benannte Jakob auch nicht den Stein, sondern ״diesen Ort״ als Beth־el ״Haus Gottes״ (V. 19 a). Dies ist die in den hebräischen Worten ausgeprägte Idee von ״Beth-el״, denn das wird durch den Zusatz ״aber Lüz war früher der Name der Stadt” (V. 19b) unwidersprechlich bestätigt. Drittens ist der Stein auch in V. 22 nicht ״Haus Gottes“ genannt, wie z. B. von William Robertson Smith in seinem berühmten Buche ״Die Religion der Semiten״ ausdrücklich behauptet wird. Denn V. 22 heisst vor allem nicht ״Dieser Stein ist^ein Gotteshaus“. Sodann kann V. 22 auch nicht mit Smith übersetzt werden ״und dieser Stein soll ein Gotteshaus sein״. Denn nach der Meinung von Smith und den Wellhauserianem

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