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Jeschurun · 1922-03-01 · Heft 3-4 (März 1922) · p. Seite 111

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 3-4 (März 1922)
Date
1922-03-01
Page
Seite 111 (sequence 31)
Language
German
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Der moderne Kampf usw. 111 manchen (Stade, Marti usw.) zugeschrieben wird, ergibt sich auch noch aus folgender Tatsache.' Wenn das mosaische Gesetz den Kampf gegen den Ahnenkultus aufzunehmen gehabt hätte, müsste man im Zehngebot eine Frontstellung gegen diese Verehrung der Ahnen erwarten. Aber im mosaischen Grundgesetz (2. Mos. 20, 2 ff.) findet sich zwar ein Verbot der Verehrung jeglicher Bilder von dem, was droben im Himmel ist, usw., jedoch von einem Verbot, der sich gegen Ahnenkultus richtete, findet sich da und in den fünf Büchern Moses überhaupt keine Spur. Im Gegenteil aber habe ich einen Y0n den Neueren übersehenen Hinweis darauf entdeckt, dass der Heroenkult, und das wäre doch die nächst] iegende Art von Ahnenkult gewesen, im alten Israel vermieden wurde. Dieser Hinweis liegt in der Erzählung, dass das Grab Moses verborgen wurde (5. Mos. 34,6). Man sollte, nicht etwa zum Grabe Moses wallfahrten und ihm Ver- Ehrung weihen. 2. Aber in dem Suchen nach einer primitiven Religion»- stufe der Patriarchen sind die meisten Neueren noch weiter gegangen. Sie haben den Erzvätern auch Fetisch dienst, Verehrung von heiligen Steinen, Quellen oder Bäumen, in denen Dämonen wohnen sollten, zugeschrieben. So lesen wir es bei Stade, Biblische Theologie §. 15,2; bei Gunkel im Kommentar zu 1. Mose, S. 319 und bei vielen andern Wellhausenianem. Aber ist es denn auch nur wahrscheinlich, dass die Patriarchen auf der Stufe des Fetischdienstes gestanden haben? Die Beziehung dieser Frage will man auf die Erzählung über Jakobs Erlebnis auf seiner Wanderung nach Mesopotamien {1. Mos. 28,11 ff.) gründen. Da wird uns ja berichtet, dass Jakob in seiner Anspruchslosigkeit beim ersten Nachtlager einen Stein sozusagen zu seinem Kopfkissen wählte und dann im Traum die Engel Gottes an der Himmelsleiter auf- und niedersteigen sah. Aber wollen die Worte, die dann von V. 17 an folgen, wirklich den Gedanken ausdrücken, dass Jakob jenen Stein als die Wohnung «eines göttlichen Wesens, demnach als einen Fetisch betrachtet habe? Wird die jetzt weit verbreitete Bejahung dieser Frage

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