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Jeschurun · 1922-03-01 · Heft 3-4 (März 1922) · p. Seite 104

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 3-4 (März 1922)
Date
1922-03-01
Page
Seite 104 (sequence 24)
Language
German
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104 Der moderne Kampf usw. stigen menschlichen Gewohnheit, wenn dieses Volk von seinen Ursprüngen her einen wachen Sinn für die Erhaltung seiner alten Erinnerungen besass und sie der Nachwelt zu übermitteln strebte. Die Hauptsache aber ist, dass viele Tatsachen den Beweis dafür liefern, dass dem Volke Israel i n Wirklichkeit ein lebendiger Sinn für die Pflege seiner alten Erinnerungen innegewohnt hat. Einzelne Proben von diesen Tatsachen sind die folgenden: Erstens zeigt das Volk Israel tatsächlich eine lebendige Aufmerksamkeit auf die Stufen des gewohnlichen Fortschritts. Denn wieviele Male wird im althebräischen Schrifttum der Wechsel von Ortsbezeichnungen notiert! Die Reihe dieser auffallenden Bemerkungen beginnt mit dem Satze ״Bela, das ist (das spätere) Zoar1) ״. Mos. 14,2), und so gibt es eine lange Reihe von Stellen, die einen Wechsel in der Benennung oder das Datum einer Stadtgründung (4. Mos. 13,23) oder des Aufkommens einer Volkssitte (1. Sam. 30,25) oder die Aenäerung der Monatsnamen (1. Kön. 6, 38 usw.) usw. notieren. Zweitens hat Israel die Sitte besessen, sich äusserlich wahrnehmbare Stützen der Erinnerung zu schaffen. Solche Stützen waren schon alte Bäume, wie die Tamariske, die Abraham zu Beerscheba‘ pflanzte (1. Mos. 21,33), denn wenn dieser Baum auch zunächst eine Kultstätte beschatten sollte, so kam der langlebige Baum doch auch zugleich als Anhaltspunkt für die Erinnerung an Abraham in Betracht. Wie sicher fungierte als eine solche Stütze ferner die Höhle des Erbbegräbnisses bei Hebron, die fünfmal im ersten biblischen Buche erwähnt ist (1. Mos. 23, 20 usw.)! Ebensolche Stützpunkte für das Gedächtnis waren die Altäre und Säulen, die zur Erinnerung an eine religiöse Erfahrung (12, 7; 28, 18 usw.) errichtet wurden, ferner der Krug mit Manna, sodann z. B. die Sitte, alle Jahre die Erzählung über den Ursprung des Pessachfestes zu wiederholen (2. Mos. 13,8—10) usw., wie das ganze Material in meinem Kommentar zum 1. Buch Mose, S. 84ff. gesammelt ist. Und übersehen wir drittens nicht das deutlichste von diesen Mitteln, die alten

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