Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 103 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Hebron 1× ep/1047559
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Der moderne Kampf usw. 10a nähme ausgegangen worden ist, dass nur gerade dieser Mann den Schriftgebrauch nicht gekannt hat! Zur Widerlegung dieser jetzt gewöhnlichen Voraussetzung braucht man also gar nicht noch daran zu erinnern, dass Juda einen Siegelring trug (1. Mos. 38,18), wie auch bei den Ausgrabungen in Palästina Siegelringe gefunden worden sind, z. B, 1904 das Siegel des Shema* zu Megiddo in der Ebene Israel. Auch hat es einen südwestpalästinensischen Ort mit dem alten Namen ״Schriffcstadt“ gegeben (Jos. 15, 15 usw.), der später Debir hiess. Infolgedessen ist es als natürlich und naheliegend anzusehen, dass schon in der Zeit der Patriarchen bei den Hebräern einzelne Aufzeichnungen über hervorragende Erlebnisse, wenigstens kurze Notizen über Stammbäume oder bedeutsame Erwerbungen, wie z. B. der Höhle von Machpela bei Hebron (1. Mos. 23,3 ff.), gemacht worden sind. Betreffs des Zugeständnisses, dass dies der Fall sein könne, ist man leider auch neuestens noch sehr zweifelsüchtig, wie z. B. auch Kittel in seiner Geschichte Israels, Band I (1916), S. 415. Aber warum soll man den Vorfahren Israels ganz naheliegende Dinge, wie den Gebrauch der Schrift zu gelegentlichen Aufzeichnungen wichtiger Erlebnisse absprechen und dagegen eine unnatürliche Gewohnheit, nämlich die Vernachlässigung ihrer Erinnerungen, zumuten? Einen solchen Mangel an Sorge für die Bewahrung ihrer Erinnerungen den Ahnen Israels zuzutrauen, hat man aber nicht nur kein Recht, sondern davon werden wir auch noch durch positive Tatsachen abgehalten, die sofort entfaltet werden sollen. Nämlich speziell das Volk Israel konnte erstens einen lebhaften Sinn für die Pflege seiner Erinnerungen besitzen. Denn wie sehr sind Familien oder Zünfte und Vereine, die sich wertvoller Erinnerungen erfreuen, überall und zu allen Zeiten darauf bedacht, sie von Geschlecht zu Geschlecht zu vererben! Nun ist es aber doch noch nicht ausgemacht, dass das Volk Israel keine wichtigen Schätze der Erinnerung betreffs der Anfänge seiner Nation und Religion besessen hat Folglich entspricht es zunächst nur der 80n-