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Jeschurun · 1922-03-01 · Heft 3-4 (März 1922) · p. Seite 99

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 3-4 (März 1922)
Date
1922-03-01
Page
Seite 99 (sequence 19)
Language
German
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Der moderne Kampf usw. 99 neben Abu auch andere Götter gelegentlich als *höchster Gott״ gepriesen werden, und ״jeder Tempel den siebenstufigen Planetenhimmel darstellt“.14) Endlich wird immer und immer wieder behauptet: ״Bereits in den ältesten Urkunden der altorientalischen Welt zeigt sich eine einheitliche Geisteskultur, die in den Göttern Manifestationen einer einheitlichen Macht sieht“ 15). Aber die urkundlichen Aussagen, auf die dann hingewiesen wird, beweisen wie Älfr. Jeremias selbst sagt, nur dies, dass ״bereits das Denken der ältesten babylonischen Urkunden astral ist״. Also nur die Vorstellung der einheitlichen Stemenwelt liegt in jenen Urkunden vor. Aber nicht nur wird auch das von andern Kennern bestritten16), sondern diese Vorstellung des einheitlichen Sternenhimmels ist auch kein Monotheismus. Folglich hat auf keine Weise gezeigt werden können, dass bei den Babyloniern Monotheismus geherrscht hat. Also konnte auch Abraham den monotheistischen Gedanken nicht mit aus Babylonien bringen. Ausserdem ist das gar nicht wahr, was seit Delitzschs Babel und Bibel I, S. 4417) so gern gesagt wird, dass die weltgeschichtliche Bedeutung der Bibel im Monotheismus liege. Diese Bedeutung liegt vielmehr in der besonderen Verbindung mit Gott, welche das Wesen der Patriarchenreligion und der biblischen Religion überhaupt ausmacht. Also hat die moderne Neigung, den Inhalt der Bibel in weitem Umfange zu babyionisieren, nichts gegen die erhabene Stellung der Patriarchenreligion ausrichten können. Inwiefern dies übrigens mit dem Zeugnis der Geschichtsschreiber Israels und mit dem häufigen Protest seiner Redner gegen fremde Kultur (Jes. 2, 6; 46,1; Jer. 2, 10—13; Hos. 8,14 usw.) zu 8ammenstimmt, soll später erwähnt werden, da ja die Autorität 14) Joh. Hehn, Die biblische und die babylonische Gottesidee (1913), S. 51 f. 15) Alfir. Jeremias im Theologischen Literaturblatt (1910), Sp. 459• 16) Belege gibt meine Geschichte der alttestam. Religionsgeschicht* (1915), S. 126 f. 17) 1921 ״berührt ihn polytheistische Gottesanschauung und -verehrunk durchaus nicht schlechthin unsympathisch“!

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