Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 97 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Der moderne Kampf usw. . 97 der Begleiter seines Vaters Terach (Thara) gewesen. Bis dahin hat er also nicht seinerseits die Richtung der Reise und das Haltmachen in einer Stätte des Mondkultus bestimmt. Sodann aber, was die Hauptsache ist, wieder nach den Quellen und Tatsachen der vorliegenden Geschichte, hat Abraham sich von der Religion seiner Vorfahren und Verwandten getrennt. Denn ihm ward die göttliche Kunde: ״Gehe aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und sogar aus deines Vaters Hause uswj“ (1. Mos. 12,1), und ausdrücklich wird in Jos. 24,2f. als eine Gotteskunde zu Israel gesagt: ״Eure Väter wohnten vormals jenseits des Stroms (d. h. des Euphrat), Terach der Vater Abrahams und Nahors, und dienten andern Göttern. Da nahm ich euren Vater Abraham von jenseits des Stroms und liess ihn wandern in ganz Kanaan usw.“ Ebenso hat Jakob sich von Laban in religiöser Hinsicht getrennt, denn er spricht von ״dem Gotte meines Vaters“ (1. Mos. 31,3a 5b usw.) und Laban sagt zu Jakob und den Seinigen : ״Eures Vaters Gott“ (V. 29) und dagegen ״meine Götter“ (V. 30). 10) Also welche Willkür ist es, wenn die in den Quellen ausdrücklieh berichtete und in der Tatsachengeschichte vorliegende Getrenntheit des Gottesglaubens der Babylonier und der Patriarchen in Verbindung verwandelt wird! Aber hauptsächlich hat man neuerdings zweitens die Idee des Monotheismus aus Babylonien hergeleitet. Zum Beweis dafür beruft sich Delitzsch* 11) zunächst auf den Eigennamen Ilu-amranni, indem er ihn mit ״Gott, sieh mich'an!“ übersetzt. Aber ilu ״Gott“ kann bei Verehrern vieler Götter nur den Sinn von ״ein Gott“, oder ״irgendein Gott“ besitzen. Die Babylonier waren aber Verehrer vieler 10) lieber V. 58 vgl. , man die Erörterung in meiner,,Theologie des A. T“ (1922), S. 40 f. 11) In ״Babel und Bibel“ I, 4. Aufl. S. 75. 1921. S. 48 hat er das nicht mehr aufrecht erhalten, aber doch Babylon in bezug auf den Monotheismus mit Jerusalem gleichgestellt. ״Vereinzelte erleuchtete Geister mochten in Jerusalem wie in Babylon die Wahrheit ahnen.“ (S. 48).