Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1922)
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 89 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2292929-2293011-2293014--05496-2298779- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Heiligkeit und Weltlichkeit 89 tätigen Lebens. Schliesst mich nicht in steinerne Tempel ein, werft mir nicht den kargen Abfall eurer Stunden zu. אתם צאני ואני רועה עשו דיר לרועה וירעה אתכם אתם כרם ואני שומי עשו סובה לשומר וישמור אתכם אתם בדם ואד אביכם עשו בית לאב וישרה אצל בניו in Feld und Weinberg will ich mit euch leben, so wie ein Vater in unzertrennlicher Gemeinschaft mit dem Kinde. Freunde, bauen wir unserm Gott ein neues Haus. Eines, das seiner würdig ist, eines, in dem er wohnen kann. Aber mit reinen Händen müssen wir dies Werk beginnen. Müssen uns zuvor der Zwiespältigkeit entringen, müssen verzichten auf das ewige Tändeln mit dem Fremden, müssen Abstand halten von der Wirrnis unserer Umwelt und aus uns selber die Ergänzung schaffen: müssen unsere Ganzheit wiederzugewinnen suchen. Dann trauen wir uns, das Werk zu leisten. Wir werden unsere Häuser weiten, wir werden unsere Türme höhen, wir werden unsere ארבע אמות strecken, so dass sie ד אמות bleiben und doch des Lebens ganze Kraft und Schönheit in sich fassen. הרחיבי מקום אהלך, ruft der Prophet, ויריעות משכנותיך ימו אל תחשבי האריכי מיתריך, aber ויתדידך חזקי! Ja, wir werden eine neue Weltlichkeit aus unserm Schoss gebären. Wir werden bauen Formen einer neuen Wirtschaft, die auf Gerechtigkeit gegründet ist, die die Arbeit hebt und die dem Tagwerk Sinn und Adel gibt. In unseren neuen staatlichen Gebilden wird die Führerschaft den Besten eignen, und nur die Weisen, Reifen, Stillen werden unsere Könige sein. Wir werden schaffen Werke einer hohen, reinen Kunst, wir werden unsere Lebensfreude in Gottes Reich verströmen lassen, wir werden in Zucht und Schönheit unsere Feste feiern, wir werden heiter auf den Wiesen spielen, und helles Lachen wird durch unsere Gassen klingen. Sagt ihr, wir seien zu arm, zu dürr, zu unfruchtbar, wir könnten nicht all dies aus eignen Kräften schaffen, wir müssten