Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
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% Bücherbesprechungen 79 innigen und Errungenschaften und warmes Mitgefühl zu der Tragik, die nicht enden will, auszeichnet, Kalendarium und ein umfassendes Verzeichnis aller jüdischen Institutionen in der Schweiz schliessen eine bunte Reihe wertvoller Aufsätze ein. Nicht alles ist gleichwertig, nicht alles, was hier nicht genannt wird, ist wertlos. Ich kann nur Eigenartiges herausgreifen. — Wiederum gruppiert sich um die Gestalt von R. Abr. J. Kuk eine Reihe von Abhandlungen. Br. Marcus Cohn, der ein glüh ender Bewunderer Kuks ist, hat die Yerehrung bei des Rabbi Biographie die Feder geführt; Hillel Zei tlin lässt Kuks Leistung ״Degel Jeruscholajim“ das nationale Werk Achad Haams und noch mehr von Pines und Jawitz fortsetzen, die das politische Ideal der nationalen Bewegung vergeistigen wollten, mit Ausnahme von Achad Haams, mit Betonung der Thorakultur. (Ich möchte hier hervorheben, dass Zeitlins Beitrag im Vergleich mit seinen grösseren Leistungen in den כתבים נבחרים, in der התקופה etc. — mir recht schwach erscheint). Kuk selbst ist durch einen Abschnitt aus dem 2. Teil des Werkes אורות vertreten, die in der ihm eigenen Weise, den Heiligkeitsgedanken allem Irdischen des jüdischen Volkes einhauchen will, nichts Unheiliges anerkennt, alles Unheilige im jüdischen Volk als gleichmässig empfänglich für die Heiligung erachtet und deshalb nichts verwirft. Belehrend sind eine andere Serie von Aufsätzen. Br. Arth. Cohn druckt eine von ihm gehaltene Vorlesung über den Chassidismus, die insbesondere für alle mit dem Chassidismus aus Leben und Literatur nicht- Vertrauten, viel des Wissenswerten enthält; vor allem ist sie reich an Biographischem bezw. Anekdotischem. — Br. Lewenstein teilt das bibfische and talmudische Material und Bemerkungen von Exegeten auf dem Gebiet der ״Messianischen End-Zeit“ mit. Ludwig Kraass bemüht sich, Einblicke in Hermann Cohens nachgeiassenes Werk *Die Religion der Vernunft aas den Quöllen des Judentums“ zu geben. Nach meinem Dafürhalten ist ihm das nicht recht gelungen, was freilich nicht ihm zur Last fällt. Es ist ausserordentlich schwer, über dieses eigenartige Buch ein Referat zu erstatten. Es muss mit vieler Mühe studiert werden. Nur zweierlei will ich hier betonen: 1. beschränkt sich das Referat zu sehr auf die Einleitung des Buches, 2. kann es gar leicht den Anschein erwecken, als ob Cohen mit der Tradition vollkommen oder im wesentlichen einig wäre. Das muss bei aller Anerkennung, dass Cohen der Ueberlieferung, mit grossem Verständnis entgegegentritt, doch erhebli ch eingeschränkt werden da Schöpfung, Offenbarung etc. bei Cohen doen in ihrer Bedeutung von den Begriffen der Tradition nicht wenig abweichen. Das Belletristische u. Dichterische ist diesmal ausgezeichnet gelungen. Trunk3 Erzählung ״Ruth״, die Geschichte der Gerim von der Wolgas die nach Erez Israel aus gewandert sind, das heroische Ausharren des Weibe, nach dem Tod des Mannes, ist von schlichter Schönheit. Der Sehnsuchtsruf