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Jeschurun · 1922-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1922) · p. Seite 80

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1922)
Date
1922-01-01
Page
Seite 80 (sequence 80)
Language
German
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80 Bücherbesprechungen Kosenkrajoiz’ nach Palästina rechtfertigtaafs Neue das Lob, das wir ihm im vergangenen Jahr spendeten. Beer-Hoffmann bedarf nicht meiner als eines Herolds seines Ruhms. Sein ״Schlaflied für Mirjam0 gehört für mich zu dem Reinsten, das moderne Lyrik hervor gab rächt. Auch Zuckermanns wenige Rhythmen ״Jesaja“ und Max Brod’s launige ״Hebräische Lektion“ zieren das Buch. Nicht so begeistert mich die Uebersetzung von Jehoaschs מזמור שיר ליום השבת. Nach allem kann ich nur aufrichtig und erwartungsvoll sprechen: Yivat sequens. D r. W 0 1 f s b e r g. Ein deutscher Tarore. Die Worte der Weisheit, die heute aus Indien zu uns dringen, haben in Deutschland, wie immer wenn es sich um die Stimme eines Dichters aus weiter Ferne handelt, reichen Widerhall gefunden. AiJzu leicht ist man aber geneigt, den neuen Rhytmen eine neue Wertschätzung beizumessen, indem man ganz vergisst, dass auch die deutsche Literatur Dichter von gleicher Glut des Wortes und Inbrunst des lyrischen Gesichtes besitzt, wie z. B. Nietzsche, Arno Holz, Cäsar Flaischien. So verschieden diese Dichter sein mögen, auch in ihnen lebt, was Tagore adelt: Die ethische, überdichterische Mission, die den gewohnten Rahmen des Strophen- und Reimgedichtes sprengt. In unverkennbarer Verwandtschaft mit dem Inder steht einer der jüngsten deutschen Autoren, dessen Werke im Akabjah-Verlag in Halle erschienen sind. Obwohl sie schon eine staatliche Anzahl von Auflagen zu verzeichnen haben, bat die Oeffentlickeit bisher noch zu wenig Notiz davon genommen» Vor allem ist noch nirgends die Einheit des Schaffens von Paul Lehmann, die sich um die legendäre Gestalt Akabjahs, de3 Sohnes Mehalaleis, sehliesst, gewürdigt worden, was er in seinen drei Büchern ״Akabjah“, ״Akabjahs Ruf“ und der ״Lebende Baum“ in kurzen, fein stilisierten Gedichten in Prosa und legendenhaften Novellen gestaltet, ist mehr als Unterhaltungsliteratur und Modedichtung. Es verlangt ernste Leser, die sich in den Klang, den Sinn und das Mass ansehaueuder Lebenseinstellung versenken können. Die Werke sind vom Verlage in schönen Geschenkbänden vereinigt worden. Dr. Walter heckaner. Notiz. In meinem Artikel (Jesch. VIII11/12; אל תקרי habe ich die Quelle, auf die die von Heidenheim zitierte ת״ס-Stelle hinwe3st, nicht nachgewiesen. Es ist אבן עזרא zu Ex. I, 9, der bemerkt, dass die babylonischen Juden einen Unterschied zwischen 1 ממני. pers. pl. und der 3. pers. sing, machen, indem das ב im 1. Falle nicht, im 2. Falle dagegen dagesehirt wird. Die Stelle im א״ע aber ist präziser als sie von H. angeführt, da dies nach A. E. auch in der Schrift der ספרי תורה zum Ausdruck kommt Das Dagesch. in 8. pers. sing, solle so meint A. E. das ה ersetzen, da es eigentlich טמנהו heissen müsste. Dies unterstützt also meine Ausführungen. S 111 z b a c h. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin. Druck von H. ltzkowski, Berlin N. 24 Aug-uststr. 69.

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