Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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78 Bücherbesprechungen Doch nun genug! Ich habe noch viel mehr aufgezeichnet, begnueg mich aber mit dem, was ich auf einigen 4 ) Seiten, die ich geprüft, gelesen habe, das Uebrige wird wohl auch nicht fehlerlos sein. Wie wird aber das Werk erst aussehen, wenn es vollendet auf viele tausend Seiten gebracht, sein wird. Nun noch einige Anmerkungen zu den Anmerkungen unter dem Strich. Ich übergehe alle die sachlich falschen Aeusserungen des Verfs., alle die peremptorischen ״Falsch“, die er dem wirklichen Richtig entgegenruft, alle die moquanten Bemerkungen, mit denen er die Worterklärungen des Talmud begleitet, die ein vorurteilsfreier Uebersetzer eines Werks, von dem nicht eine Kritik, sondern nur eine wahrhafte Wiedergabe verlangt wird, nicht zu geben hat. Es sei nur Folgendes hervorgehoben. Zu den Zitaten aus der Bibel, die der Talmud anführt, gibt der Yerf. den Nachweis der Fundstelle. Das ist gut, aber kein eigenes Verdienst, denn darin hat ihn der Yerf. des Nachweises, der in allen Talmudausgaben in den Randbemerkungen abgelesen, werden kann, schon längst überholt. Allein die verschiedenen Hinzufügungen: ״Einschub“ ״verdorbener Text“, ״messianiseh“ u. dgl. was soll das hier? Hätten die Rabbinen etwa nach den Ergebnissen Wellhausenscher Textkritik zitieren oder die messianischen Deutungen der Kirche sich aneignen sollen? Mag Herr Schlögel soviel Bibelkritik anwenden wie er will, es ist sein Recht, das ihm niemand bestreiten kann, aber was hat alles dies mit der Uebersetzung des babylonischen Talmuds zu tun? Allein, man kann nicht wissen — es ist niemandem zu verdenken, wenn er nicht nur in den Anmerkungen, sondern in dem ganzen Uebersetzungs-Unternehmen Tendenz vermutet. Aber eines geht noch aus den Anmerkungen hervor, sie und der Text und dieser wieder an sich selbst, weisen Widersprüche auf, namentlich gilt dies von manchen Uebersetzungen der Bibelzitate, die in den Anmerkungen verbessert sind durch: ״Wörtlich so“. Warum ist diese ״wörtliche“ Uebersetzung nicht gleich in den Text aufgenommen, wenn nicht verschiedene hilfreiche Hände hier tätig waren, die Interesse an einer Talmudübersetzung, wie sie hier vorliegt haben? Dass Herrn Schlögel alle die Bedingungen abgehen, die eine wahrhaftige, wissenschaftlich gut begründete Uebersetzung des babylonischen Talmuds erfordern, werden die obigen Darlegungen erwiesen haben. Prof. A. S u 1 z b a c h. Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz 5682, 6. Jahrgang. Verlag d. Jüd Jahrbuches Basel. Man muss mit freudiger Anerkennung diesen neuen Jahrgang des Schweizer Jahrbuches begrüssen, der auch anspruchsvollen Erwartungen genügt. Der Rahmen ist derselbe wie sonst. Eine recht vollständige Jahres- Chronik des Redakteurs, die sich wieder durch unparteiische Würdigung der heterogenen Bestrebungen unseres Volkes, eine echte Liebe zu dessen Hoff-