Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherb esprechungen herrscher der Welt gemacht . . . Darum will auch ich euch zur Alleinherr־ scherin der Welt machen״. Nun da haben wir ia die erträumte Weltherr־ Schaft der Juden; hier sagt es ja deutlich der Talmud heraus! Mau muss nur richtig lesen, d. h. falsch übersetzen. Nebenbei bemerkt: Diskrepanz zwischen Text und Anmerkung ist nicht selten. — Warum der Yerfasssr das bekannte רדף «S. 24) naeheilen, nachlaufen mit ״trachten wir״ übersetzt, ist nicht ersichtlich; etwa deshalb, damit die Deutung des Talmud unverstündlich wird? Das. דבר הלכה übersetzt der Yerf. ״Gesetzesübung“, während es ״Halachavortrag״ oder ״Gesetzesvortrag״ zu übersetzen wäre. S 26. ״ איניDas ist nicht richtig״, so übersetzt der Yerf., aber dies ist eben nicht richtig, es ist hier eine Frage ״ist dies denn richtig“, das אין ist hier nicht das verneinende, sond rn das bejahende Adverb. ־ S. 84. Samuel II, 7, 10 und I Chron. 17, 9 sind zwei bis auf e i n Wort identische Verse, es ist die Verheissung an David, nur in dem einen heisst es לבלתו, in dem andern לענותו. Der Talmud sucht nun diese Verschiedenheit des Ausdrucks za erklären. Dazu bemerkt nun der Verf. ״In Wirklichkeit heisst es hier (Chron.) genau so, nur steht hier ein anderes Wort״. Vor dieser Weisheit steht man fassungslos; das ist es ja eben, was der Talmud urgiert, was will also der Yerf.? Man kann die Ungereimtheit, deren sich der Yerf schuldig macht, nur ent־ schuldigen, wenn man anmmmt, er habe die ganze Talmudstello nicht verstanden. S. 39. Drei Dinge werden an den Persern gerühmt, sie seien צנועין bei Tische, auf dem Abort und bei רבד אחר, der Yerf. übersetzt nun צנועין mit keusch, was .nun auf die beiden ersten nicht recht passt, aber bei dem dritten ist ihm ein Malheur passiert, er übersetzt ״keusch auch sonst״, dass in der Talmudsprache ד״א auch ehelicher Verkehr bedeutet, ist ihm fremd — S. 40 Anm. 1. Wenn der Verfasser eine Ahnung gehabt hätte von der Verhandlung über das בשכבך ובקומך, da3 auf die Bestimmung des Schem’alesens am Tage und bei Nacht hin weist, so hätte er seine weise Bemerkung, dass ״nicht das Äufstehen den Tag und das Schlafen nicht die Nacht mache״, sich sparen können. — S. 44, Anm. 1. בין חבלת שבה ללבן שבה Dazu bemerkt Maimonides: ביןתברת שבצצית; wohlgemerkt: שבצצית, ausführlicher Rascki: das durch das Blau durehschimmernde Weiss, das an dem blauen Zizithfaden wahrnehmbar ist. Welchen Unsinn unterschiebt nun der Yerf. dem Maimonides? ״Hier ist an den wei33en, blaugestreiften Gebetsmantel gedacht״. Doppelter Unsinn: einmal, der müsste ja mit einem doppelten Staär gestraft sein, der etwas Helle nötig hätte, um die dunkeln Streifen von dem Weiss des Tallith, von dem überdies Maimonides gamicht spricht, unterscheiden zu können und zweitens anticipiert der Verr. den Gebetsmantel in die Zeit der Misehna und zumal die blauen Streifen an ihm, die eine spätere Mode und Industrie erfunden hat. — Daselbst im Text übersetzt der Yerf. תפילין mit Gehet. — Als Curiosum sei noch die Ueber- Setzung: ״Dies ist bei mir nicht wichtig״ statt ״bei mir hat es sich nicht bewährt’ angeführt.