Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachtrag zur Philosophie des Organischen 3ל wir kennen, zu knüpfen. Sie wollen durchaus den Rahmen der Erkenntnis nicht weiter stecken, als Physik und Chemie das für ihren Bedarf nötig haben. (Die nicht materialistisch Gesinnten erkennen daneben eine autonome Psychologie an). Dem Geist des Gottsuchens aber entspricht es, gerade Neuartiges zu schauen, wenn nicht zu suchen. Das Wesen der Gottheit wird erhöht wenn sieb das All voll reicher Schöpferkraft in vielfacher relativer Autonomie aufbaut. Deshalb scheint mir die etwas höhnische Frage der Materialisten (z. B. Locke, der allerdings Sensualist ist): ״Sollte denn Gott nicht imstande gewesen sein, mit der vorhandenen Materie und Energieformen Leben zu formen oder einstmals der Materie solche Eigenschaften beizulegen״, ziemlich unbedeutend. Nicht darauf kommt es an, ob Gott die Materie so oder anders hätte ausstatten können. Was ich eben für die Attitüde der Religion gegenüber der Wissenschaft in gleichsam hypothetischer Form gesagt habe, wäre natürlich nur ein frommer Wunsch, wenn dem nicht die Gesetzlichkeit der Welt entspräche. Dass sie es tut, macht den Wunsch zu einer Tatsache״ 80 stärkt die von keinem religiösen Sentiment geleitete vitalistische Lehre dessen Bestreben, ja sie realisiert es erst. Beachten wir eines: wie immer die Entelechie geschaffen sei; — die metaphysische Ausdeutung dieses biotheoretischen Begriffs lührt unmittelbar an die Schwelle des Gottesproblems und manch anderer religionsphilosophischen Frage in direkter Konsequenz wie kein anderes wissenschaftliches System. Populär gesprochen wird die E. bezw. das Psychoid, das personal als formenbildender bezw. Handlungsfaktor auftritt, zum lieberpersönlichen gesteigert, sobald die kollektiven Probleme, die über das leb [Solipsismus] den Mitmenschen einführen: Ethik, Geschichte und Stammesgeschichte sowie Systematik auftauchen. Und ist schon beim Personalen die E. wie ein intelligent in die Materie eingreifender Faktor, der primäres Wissen und Wollen hat (s. 0. was wir dem bewussten menschlichen Denken nicht zuschreiben können), begreifbar, so stehen wir angesichts des Suprapersonalen vor gar Bedeutsamem, was, wenn auch nicht