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Jeschurun · 1922-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1922) · p. Seite 51

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1922)
Date
1922-01-01
Page
Seite 51 (sequence 51)
Language
German
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Die Religionsphilosophie Hermann Cohen’s 51 und Bedeutung. Das ist in kurzen Umrissen die Position Cohens bis — 1915. Da bricht mit einem Mal der Gedanke durch, der das System in seinen Grundfesten zu erschüttern droht und doch zu seiner Erfüllung wird. — Wir stehen an einem Schnittpunkt, am Brennpunkt ganzer Ideenkomplexe, an dem Wendepunkt, der entscheidend ist für die Bewertung des Werkes und die Entwicklung des Denkers. Den Biographen mag hier mehr der geistige Einfluss, die psychologische Ursächlichkeit interessieren. Für uns aber soll die persönliche Motivierung zurücktreten hinter der logischen Triebkraft der Ideen. Es erhebt sich hier nämlich die Frage, ob die Ethik von sich aus alle Probleme der sittlichen Erkenntnis, alle Aufgaben der Wahrheit zu fassen, ob sie das Problem der Religion — nicht so sehr den Gottesbegriff, als die Beziehung, die K 0 r r e ־ 1 a t i o n ,zwischen Gott und Mensch — zur Erfüllung bringen kann. ״Nun müssen wir aber fragen, ob es sich in Wahrheit so verhält, ob in der Tat die Ethik in der Verfassung ist, alle Probleme zu behandeln, die hergebrachterweise in der Religion entstehen und von denen angenommen werden darf, dass ihr Fortbestand berechtigt und gesichert sei? Steht es so in der Ethik mit dem Begriff von Gott, mit dem Begriff vom Menschen und dem zufolge mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Gott, wie zwischen Gott und Mensch, kurz mit der Korrelation von Gott und Mensch?“ 13). Fällt die Antwort negativ aus, — und das ist der Fall, -denn die Ethik kann nur den Gott der Menschheit, aber nicht den Gott des Individuums entdecken — so ist systematische Position der Religion, ihre Eigenart gesichert. — Eigenart, nicht Selbständigkeit, denn die wäre an eine besondere Bewusstseinsart gebunden und ״es scheint durchaus aussichtslos eine Bewusstseinspotenz zu erdenken, die die Eigenart der Religion gewährleisten könnte.“ u) 13) Der Begriff der Religion S. 48. 14) Der Begriff der Religion S. 15.

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