Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1922-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1922) · p. Seite 39

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1922)
Date
1922-01-01
Page
Seite 39 (sequence 39)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2292929-2293011-2293013--05424-2298707
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Mar Sanmel 39 Gab es Gefangene auszulösen, so war es Abba, der in die vorderste Keihe trat, dies zu bewerkstelligen215; gab es Waisengelder zu verwalten, so war es wieder Abba, der mit fast peinlieber Gewissenhaftigkeit dieses Geschäft besorgte 216. Seine Mildtätigkeit gegen die Armen war unbegrenzt und weit gepriesen217. Er verkaufte den Ertrag seiner Felder immer zur Erntezeit zu billigem. Preise, denn er hielt es für sündhaft, Kornvorräte aufzuspeichern und dadurch eine Teuerung der Lebensmittel herbeizuführen218. In allen diesen eiferte Samuel seinem Vater nach und wollte ihn womöglich noch übertreffen. Aus Fürsorge für die hilfslosen Waisen stellte er jedem Gerichtsliofe die Aufgabe, bei den Waisen Vaterstelle zu vertreten219. Er liess seine Feldfrüchte bis zur Zeit der Teuerung liegen, um sie dann den Armen zu den billigen Preisen der Erntezeit zu verkaufen220. Er zeigte ausserdem das Bestreben, Redlichkeit und Rechtschaffenheit in Handel und Wandel ans Herz zu legen and das Volk vor Bedrückung und Uebervorteilung zu schützen. Er wramte in vielen Aussprüchen vor dergleichen Ungerechtigkeiten, schärfte den Kaufleuten ein, nie mehr als ein Sechstel des Einkaufspreises Profit zu nehmen221, duldete es nicht, dass man auf Waren, die zur Ausübung einer religiösen Pflicht gehörten, einen zu hohen Preis setzte und zeigte bei solchen Gelegenheiten sich bereit, die Strenge des Religionsgesetzes zu mildern, falls die Kaufleute sich nicht zu billigem Preisen verstehen würden 222; wie er auch in manchen Fällen die Uebertretung einer Religionsvorschrift erlaubte, um viele Menschen vor Schaden zu bewahren223. Wie er selbst stets mit der Gesamtheit fühlte, wie er in seiner ganzen Tätigkeit nur das Wohl Anderer im Auge hatte und wie er von seinem Einflüsse bei dem Fürsten Dur zum Heile des Volkes Gebrauch machte, so wollte er, dass solche Gefühle auch jedes Israeliten Herz erfüllten, dass jeder sein eigenes Wohl in dem der Gesellschaft suche und dass die3e Gefühle auch in den Gebeten ihren Ausdruck fänden, in welchen der Einzelne sich nie von der Gesamtheit ausschiiessen solle 224. Fast scheint es überflüssig zu erwähnen, dass sein Wohl-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.