Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Mar Samuel 37 trachtet und auch über den von diesem angefertigten Kalender205 sich geringschätzig geäussert hatte, wurde endlich durch eine grosse Anzahl von Samuel ihm zugesandter Belehrungen über wichtige Ritualgesetze von dessen Grösse überzeugt und mit solcher Hochachtung gegen ihn erfüllt, dass er den Entschluss fasste, sofort seinen Lehrer in Babylonien, wie er jetzt Samuel nannte, zu besuchen, und nur durch ein Gerücht von dessen Tode von dieser beschwerlichen Reise abgehalten werden konnte206. Indessen war dies Gerücht falsch; Samuel lebte noch nach dem Tode Rab’s zehn Jahre207, scheint jedoch in seinen letzten Lebensjahren durch die Kriege zwischen Persern und Römern an dem Verkehr mit Palästina verhindert gewesen zu sein und seine segensreiche Tätigkeit bloss auf Babylonien beschränkt zu haben208. Hier nahm die Sorge für seine Schule, nach welcher jetzt auch die verwaisten Schüler Rab’s hinstromten, alle seine Kräfte in Anspruch, indem er sich bemühte, letzteren als ein väterlicher Freund den schweren Verlust, den sie erlitten, zu ersetzen. Er war auch so glücklich, an seinen Jüngern seine unbegrenzte Mildtätigkeit üben zu können. Besonders ward er Rab?s Sohn Chija, der ebenfalls zu ihm gekommen war, ein zweiter Vater, und es gereichte ihm zur höchsten Freude, von den vortrefflichen Lehren, die ihm von seinem hochverehrten Freunde bekannt waren, dessen würdigem Sohne mitteilen zu können 209. Nicht so glücklich war Samuel in seinem Familienleben. Es waren ihm keine männlichen Nachkommen beschieden, und zwei Töchter wurden ihm während des Krieges von einer feindliehen Truppe gefangen weggeführt210. Die Gefangenen wurden nach Sepphoris in Palästina, wT0 E. Chanina, der ehemalige Lehrer Samuels, einer Hochschule Vorstand, gebracht. Dort wurden sie von den Juden, die bei der Auslösung gefangener Glaubensgenossen keine Kosten scheuten, durch Lösegeld aus der Gefangenschaft befreit. Kaum hatte R. Chanina erfahren, dass sie die Töchter Mar Samuels seien, so entschloss er sich, da eine Rückkehr nach Babylonien in jener Zeit mit grossen Gefahren verbunden war, sich ihrer väterlich anzunehmen. Er