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Jeschurun · 1922-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1922) · p. Seite 35

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1922)
Date
1922-01-01
Page
Seite 35 (sequence 35)
Language
German
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Mar Samuel 35 und durch ihn der Wiederaufbau des Tempels zu Stande gekommen wäre192. Der milde und edle Charakter Schabur’s scheint Samuel hei seinen Aussprüchen vorgeschwebt zu haben, in welchen er über die Könige sich so überaus günstig äussert. ״Das Wort eines Königs״, behauptet er, ״ist heilig und er bricht es nicht, wenn es auch gilt, Berge zu zerreissen193״. Er hatte es gewiss selbst erfahren, dass Schabur ihm Zusicherungen in Betreff seiner Glaubensgenossen erfüllte, obgleich die fanatischen Magier demselben ungeahnte Schwierigkeiten in den Weg gelegt haben mochten. Ein anderer Ausspruch Samuels wollte die Vorteile hervorheben, welche die Sassanidendynastie gerade wegen ihrer dunkeln Abstammung194 dem Volkswohle böte. Ein König, meint er, an dessen Geschlechte gar kein Makel haftet, kann durch Stolz und Ueberhebung seinen Untertanen ein gefährlicher Tyrann werden, und deswegen habe auch die Vorsehung die Regierung der Saul*sehen Dynastie von keiner langen Dauer sein lassen 195, während ein Monarch von dunkler Herkunft, auf seinen Ursprung zurückblickend, stets bescheiden und herablassend dem Volke gegenüber sich verhält, sich enge an dasselbe ansehliesst und es zu beglücken sich bestrebt196. Da Samuel einen von der göttlichen Vorsehung eingesetzten Herrscher als einen charakterfesten, nur für das Heil seines Volkes tätigen Mann sich dachte, so kann es uns nicht Wunder nehmen, dass er in der unumschränkten Königsmacht das Wohl des Staates erblickte und die Behauptung aussprach, dass es jedem Herrscher erlaubt «ei, von dem Rechte, welches der Prophet Samuel in seiner Rede an das Volk (Samuel I, K. 8, V. 11—17) dem Könige einräumte, auch tatsächlichen Gebrauch zu machen, da der Prophet keineswegs blos, um das Volk von seinem Vorhaben, den Staat in eine Monarchie zu verwandeln, abzuschrecken, von Rechten des Königs gesprochen habe, die demselben nach göttlichem Gesetze zustehen197. Wenn ein König, von der Macht der politischen Verhältnisse gezwungen, einen Krieg unternimmt, so wird er nach der Meinung Samuels von Gott wegen der hierdurch herbeigeführten Verluste von so vielen Menschenleben

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