Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Mar Samuel 33 einem Festabend181. Viele Gebete und Eulcgieen, die grösstenteils noch heute in den jüdischen Gebetbüchern ihren Platz behaupten, leiten teils von Kab teils von Samuel ihren Ursprung her. Von letzterem mögen besonders erwähnt werden: ein Schlussgebet für den Versöhnungstag, viele Segenssprüche und ein in solchen Fällen, wo die nötige Sammlung zur längeren Andacht nicht gewonnen werden kann, für das aus achtzehn Benediktionen bestehende Hauptgebet zu substituierendes kurzes Gebet182. In Bezug auf die Vorlesungen aus der heiligen Schrift trafen diese beiden Lehrer Babyloniens ebenfalls neue An- Ordnungen, und zwar teils für gewisse ausgezeichnete Sabbate ausser den gewöhnlichen noch andere Stücke zur Vorlesung zu bestimmen, teils überhaupt für manche hierzu geeignete Zeiten Sehriftvorlesungen anzuordnen, wie das Vorlesen von Stücken aus den Hagiographen beim Mincha-Gottesdienste am Sabbath, welches Samuel in Nehardea eingeführt183. Hatte Samuel durch solche das ganze jüdische Leben durchdringende Lehren und Institutionen seine Stammgenossen zur genauen Befolgung des Keligionsgesetses angeregt, zu einem höheren geistigen und moralischen Standpunkte emporgehoben und zu treuer Anhänglichkeit an den Staat und seine Gesetze ermahnt, so sollte er durch den Einfluss, den er am persischen Hofe gewann, auch in den Stand gesetzt werden, seinen Brüdern wirksamen Schutz nach aussen gewähren und zu ihren Gunsten vor dem Königsthrone das Wort führen zu können. Sowohl wegen seiner Bemühungen für die Wohlfahrt des Staates als auch wegen seines weit über den Kreis seiner Glaubensgenossen hinaus verbreiteten wissenschaftlichen Rufes ward Samuel am Hgfe geschätzt uüd geachtet. Doch scheint Aröeschir von der Ordnung der Keiclisangelegenheilen und von den Römerkriegen zu sehr in Anspruch genommen gewesen zu sein, als dass er noch Müsse gehabt hätte, die Verdienste der im. Stillen für das Heil seines Reiches wirkenden Männer zu beachten und nach Gebühr zu würdigen184. Erst als nach seinem im Jahre 2C8 n. ü. Z. erfolgten Tode sein Sohn Schabur den Timon bestieg185, fand Samuel die ihm gebührende Anerkennung.