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Jeschurun · 1922-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1922) · p. Seite 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1922)
Date
1922-01-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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24 Mar Samuel Erklärer, in dieser Hinsicht die Mischna zu ergänzen, um deren Lehren auf die Praxis anwendbar zu machen. Sie mussten Regeln aufstellen, nach welchen, hei Verschiedenheit der Meinungen entschieden ־werden soll. Solche Normen zur endgültigen Festsetzung der Halacha hatte Samuel viele aufgestellt, wobei er zuweilen blos die Sache, um die es sich handelt, im Auge behielt, ohne einem Gesetzeslebrer mehr Autorität als dem andern einzuräumen121, in vielen Fällen aber gewisse Tananün als massgebende Autoritäten anerkannte122. Einen hohen Grad von gewissenhafter Aengstlichkeit bekundete er hierbei dadurch, dass er nicht immer nach der Mehrheit der Gesetzeslehrer entschied, sondern oft bei einer Controverse zwischen einem Einzelnen und einer Mehrheit auch auf die Meinung des ersteren, wenn sie erschwerend war, Rücksicht nahm123. Was die andere Seite von Samuels Tätigkeit auf dem Gebiete der Gesetzeslehre betrifft, nämlich die Entscheidung über Fälle, deren die älteren Halachoth-Sammlungen nicht Erwähnung tun, so waren die von ihm ausgesprochenen zu dieser Kategorie gehörenden Halachoth entweder Ueberlieferungen, die er von seinen Lehrern empfangen124, oder neue Lehrsätze, die durch Analogie aus den alten Prinzipien abgeleitet und als Aus־ läufer und Verzweigungen der letzteren betrachtet wurden125 Man konnte überhaupt neuen Lehren nur dadurch Anerkennung verschaffen, dass man sie durch Analogieen und Subsumptionen auf ältere zurückführte, und man ging hierbei von dem Gedanken aus, dass diese Lehren nur deswegen nicht schon von den alten Lehrern ausgesprochen worden seien, weil sie auch ihren spätem Enkeln auf dem Felde der Gotteslehre eine Nachlese zu halten gestatten wollten, damit deren Namen ebenfalls berühmt und verewigt würden126. Diese neuen selbst gefolgerten Lehren wurden mit dem Namen Horaoth (Decisionen, Lehren) belegt127, während man die Lehrsätze der Emoraim überhaupt mit dem Namen Schema’atotb (Traditionen) bezeichnet© 128. Obgleich aber die in Mischna und Baraitha vorgetragenen Sätze und Lehren als Autoritäten galten, denen־ von Spätem nicht widersprochen werden durfte, und jede Schema'ata, die sich mit einer älteren

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