Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2292929-2293011-2293013--05393-2298676- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
s David Hoffmann finden. Und als er als Siebenziger aufgefordert wurde, in dem Prozess gegen den Lästerer des jüdischen Gottesbegriffes Fritzsche ein Gutachten abzugeben, hat er die Nächte zu Tagen gemacht, Monate hindurch hat er, der bereits um 6 Uhr morgens zum Gottesdienst erschien, bis 3 Uhr nachts gearbeitet, um jenes wissenschaftlich wohl begründete Gutachten zu vollenden, das den Umfang eines Werkes angenommen. Bruchstücke daraus sind in dieser Zeitschrift als Aufsätze veröffentlicht: ״Der Eid der Juden״ (Jahrgang I S. 186—197 und 229—234) ״Zurück- Weisung einiger Angriffe gegen die Moral der Juden“ (Jahrgang III S. 20—35) Stellung des heutigen Judentums zu der aus Talmud und Schulchan Aruch zu entnehmenden Ethik (ebds. S. 298—312). Dies Tätigkeitsgebiet Hoffmanns, wiewohl um seiner Wirkungen willen vielleicht einem weiteren Ereis bekannt, tritt, wie dem Kenner der jüdischen Wissenschaft nicht betont zu werden braucht, völlig zurück vor seiner Wirksamkeit als gelehrter Forscher. Seine erste wissenschaftliche Arbeit, seine Promotionsschrift: ״Mar Samuel der Rektor der jüdischen Akademie in Babylon“ zeigt in der Wahl des Helden das Ideal, das Hoffmann sich als Muster und Vorbild für seine Forscherlaufbahn erwählt. Ist doch Samuel der vollendetste Typ des Thora und Wissenschaft vereinenden Talmudweisen. Und wenn Hoffmann in dieser Erstlingsschrift von Samuel sagt, dass er dem ganzen Leben der jüdischen Nation durch die Ausbildung und Entwickelung des überlieferten Gesetzes eine durchgreifende Förderung gegeben, durch Ermunterung zur Pflege der Wissenschaft einen erweiterten Gesichtskreis geboten und durch herzliche Ermahnung der Förderung des staatlichen .Wohls eine heitere Aussicht für die Zukunffc verschafft, so sind die drei Arbeitsgebiete, die er später bebauen sollte, von ihm selbst vorgezeichnet. Aber erst mit der Berufung Hoffmanns an das Rabbinerseminar im Jahre seiner Gründung Oktober 1893 beginnen in den Jahresberichten des Rabbinerseminars, in dem 1876—1893 von ihm gemeinsam mit Prof. Berliner herausgegebenen ״Magazin