Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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David Hoffmann 3 der Geschichte der Wissenschaft sind, in gleicherweise Autoritäten der Halacha für alle Zeit wurden und das vorbildliche jüdischreligiöse Leben führten, das uns heute als schier unerreichbar gilt. Es ist bekannt, dass diese innige Verbindung zwischen Glauben und Wissen, zwischen Lehre und Leben, zwischen Religion und Kultur, zwischen dem tiefen und umfassenden Thora- Studium und den grossen Errungenschaften der wissenschaftlichen Methoden der Zeit Jahrhunderte hindurch verloren ging. In der neueren Zeit ist der Versuch eines Ausgleichs zwischen diesen scheinbaren Gegensätzen im Kreise der Bekenner des überlieferten Judentums durch grosse Männer angebahnt werden. Aber für das Leben nur gelang, wenigstens zu einem Teil, dieser Versuch, nicht so sehr für die Wissenschaft. Denn die Harmonie ist nicht dadurch hergestellt, dass es religiöse Juden gibt, die in ihrem Aeusseren oder i^ ihrer Schulbildung teilnehmen an der Kultur der Neuzeit. Erhandelt sich um mehr. Was wertvoll ist an den Grundideen der Zeit, bleibend an der wissenschaftlichen Methode, das muss in innige Beziehung gebracht werden zu unserem Erbgut, dass aus dieser Vermählung eine wirkliche Einheit ersteht. Und doch darf diese Einheit nicht nur eine des Gedankens sein, sie muss durch ein religiöses Leben geweiht sein, das in Lehre und Uebung in der Tradition verankert ist. Diese Harmonie war in einer den Grossen der früheren & Periode nahe kommenden Vollendung im letzten Menschenalter allein in Hoffmann verkörpert. Darum nannten wir ihn einen Einzigen יוזיד נדורל, denn er. dem die grosse zum Teil schöpferische Thorakunde alten Stiles eigen war, nahm zugleich eine allgeme in anerkannte Stellung in der Wissenschaft ein und war doch in Weltanschauung und Lebensführung nicht einen Schritt von den die Einheit und Dauer des Judentums allein gewährleistenden Grundwahrheiten und Gesetzesnormen gewichen. Diese Harmonie und ihre Auswirkungen waren naturgem äss das Ergebnis einer längeren Entwickelung. Wie immer bei grossen Männern waren die Geistes- und Charakteranlagen au ssergewöhnliche. Man war im Zweifel, wem man die Palme