Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1921)
- Date
- 1921-11-01
- Page
- Seite 499 (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
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Philosophie des Organischen 499 laientem Zustand einschliesst, ,was über den Phänomenalismus strengster Art hinausweist; das Du als Träger der Sittlichkeit, welche Absolutheit — und das ist Unabhängigkeit vom Ich ־ einschliesst, weil sie in allen psychophysischen Personen lebendig und nur als überpersönlicher Faktor begreiflich ist; und endlich das Es als Ausdruck der geordneten Natur, die nicht nur mein Wille und meine Vorstellung ist. Es gibt nun einen Schnittpunkt zwischen der metaphysischen Wirklichkeit und der naturordnungshaften Realität und das ist die Uraussage: ich habe bewusst Etwas. In der Form dieses Ursachverhalt-s erscheint das Wirkliche sich selbst. Daraus folgt, dass das Wirkliche selbst wissend ist Im ganzen verhält sich Metaphysik zur Naturordnung wie der Grund zur Folge; damit wird der Dualismus der empirischen Welt in die Metaphysik übernommen. Die schwere Frage, ob es eine oder mehrere Entelechien ...gibt, löst Driesch innerhalb der Metaphysik im Sinn eines Kompromisses: wahrscheinlich gibt es eine übergreifende Entelechie metaphysisch, die sich aber den Zuständigkeiten nach so verändern könnte, dass sie zu vielen personalen Entelechien wird. Es gäbe dann ein Werden des Wirklichen; wenn das Wirkliche in die Zeit eintritt, dann tauchen wohl viele Entelechien auf: so bei der Befruchtung, bei experimentellen Eingriffen etc. Die Beziehungen zwischen ״Ueberperson״ und Person werden nach Driesch im Mittelpunkt künftiger Wiesenschaft stehen, und da werden dann die sogenannten okkultistischen Phänomene ihren Platz finden. Das Freiheitsproblem, das innerhalb aller speziellen Forschung sowohl der Natur־, wie der Seelenlehre nach Driesch negiert werden muss, könnte höchstens in Geschichte oder Phylogenie nach Bergson positiv gedeutet werden; doch ist die Frage unentscheidbar. Was den Wahrheitsbegriff betrifft, so lässt sich nur sagen: wir müssen glauben, dass, wo wir evident schauen, Wahrheit ist (S. 596). Evidenz ist freilich nur im rein Logischen und Mathemathischen. Die Sachlage wird besonders kompliziert,