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Jeschurun · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 498

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 498 (sequence 80)
Language
German
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493 Philosophie des Organischen liegt vor, wenn ein System durch Wegnahme eines Bestandteils in seinem Wesen zerstört wird. Die Natur in ihrer Gesamtheit scheidet aus dem Rahmen der Ganzheit aus. weil das Anorganische der mechanischen Kausalität gehorcht. Wohl aber existieren in ihr Ganzheitszuge. Von allem in früheren Aufsätzen Genannten abgesehen,15) ist hier das zu nennen, was Henderson16) als ״Fitness of the environment“ bezeichnet hat. Er meint damit die günstige Tat- ־Sache, dass die Organismen ein passendes Milieu finden; er macht auf den erstaunlichen Umstand aufmerksam, dass die Ausnahmestellung aller Konstanten vom Wasser, Kohlenstoff und Kohlensäure (z. B. dass das Wasser seine grösste Dichtigkeit bei + 4°C hat, die Wertigkeit des Kohlenstoffs etc.) diese Stoffe befähigt, ihre Rolle für das Leben zu spielen. Ueber die Ganzheitszüge der Geschichte nach Driesch habe ich bereits kürzlich berichtet17) und beschränke mich darauf nochmals zu wiederholen, dass Geschichte nicht nur Ganzheit ist. Doch sprechen das Dasein des sittlichen Bewusstseins, die Harmonie zwischen Berufen und ״Berufserfüllern“ und die Heterogonie der Zwecke für Ganzheitliches. Wenn die Geschichte echte Entwicklung in sich birgt, so wäre es das Gegebenste, als Endganzes, als Ziel, die Erfüllung meines höchsten Willens- Zieles, der ein sittlicher ist, anzusetzen. Das höchste sittliche Willensziel ist für Driesch Wissensvollen düng. Phylogenie steht für Driesch in derselben Linie wie Geschichte. Dadurch nähert er den Menschen und die übrigen Kreaturen einander. Doch betont er, dass er nicht den Menschen zum Tiere hinabzieht, sondern die Tiere zum Menschen heraufhebt: ״auch sie sind des Geistes Werkzeuge (S. 574)“. Das stellenweise ergreifende Schlusskapitel gew7ährt Ausblicke in die Metaphysik. Die Fenster, die zu ihr führen, sind das I c h, das D u und das E s : Also der Bewusstseinsträger Ich, der die Gesamtheit aller vergangenen Erfahrung in 15) Monismus oder Dualismus. Jeschurun VIII, 168—177 u. 234—246. 15) 1913, späteres Werk The Order of Nature 1917. 17) s. sub 15.

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