Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1921)
- Date
- 1921-11-01
- Page
- Seite 496 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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496 Philosophie des Organischen verdankt. Jedenfalls gibt es wohl keine Lucke in der Reibenfolge der Lebewesen.13) Es gibt eine Kontinuität des Lebens. Wichtiger als diese Fragen sind für Driesch die Gesetze des Lebens, wie es uns sich darbietet. 6. Während bisher die Entelecbielehre gleichsam in der Defensive war und sich ihrer Haut gegen die längst legitimierten Lehren der anorganischen Naturwissenschaft zu wehren hatte, -erfährt sie direkte Rechtfertigung, wenn wir ihr Verhältnis zur Psychologie prüfen. Indem das Leben von mir erlebt wird, kommt die Frage auf, welche Beziehung zwischen den Faktoren des vitalen Geschehens, also Psyehoid und Entelechie, auf der einen und dem Psychischen auf der anderen Seite besteht. Die Lehre vom psychophysischen Parallelismus, die die Physis mechanistisch deutet und keine Wechselwirkung zwischen Körperlichem und Seelischem sondern nur eindeutige Entsprechung beider lehrt, lehnt Driesch als Vitalist ab.14) Direkte psycho-physische Wechselwirkung ist gleichfalls in der Logik unmöglich zuzulassen, weil hier Begriffe aus zwei ganz verschiedenen Reichen durcheinander geworfen würden. Der wirkliche Parallelismus besteht zwischen Entelechialem und Seelischem. Im Erleben haben wir gleichsam die Entelechie oder das P3ychoid des Leibes von ״innen gesehen״ vor uns. Wir kommen aber nicht aus ohne die Annähme innerpsychoidaler und innerentelechialer Kausalität. Bei der Wahrnehmung könnte man ja noch verstehen, dass die Entelechie jedes Mal von der Materie affiziert würde, für das Rationale versagt das. Und dies ist ein echter direkter Beweis für den Vitalismus. Hochinteressant ist das Problem des ״Du*-Erlebnisses, als einer mir analogen anderen psychophysischen Person. Von 13) Damit wäre die in meinem (sub. 12) cit. Aufsatz in der Schwebe gelassene Erwägung, wie die Vitalisten zur Urzeugung stehen, ziemlich deutlich beantwortet. Ich hebe das hervor, weil ich damals versprach, unter günstigeren Verhältnissen die Antwort zu geben. u) Siehe vor allem: Leih und Seele, Leipz., Reinicke 1916 Aufl.), 1920 (2.)