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Jeschurun · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 493

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 493 (sequence 75)
Language
German
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Philosophie des Organischen 493 Sätze geworden, deren erster der Satz von der Erhaltung der Energie ist (er hat, um wirklich durchgehend zu gelten, zur Aufstellung der potentiellen Energie geführt: eine Wolke hat Energie der Lage, die man nicht nach weisen kann, aber postuliert); der zweite kann als Satz des Geschehens bezeichnet werden. Er lehrt: in einem geschlossenen System geschieht nur etwas, wenn die Faktoren von einander verschieden sind. Ihm wird in der Physik der Satz der Zerstreuung angegliedert (oder mit ihm zum Gesetz der Entropie vereint), der aber rein erfahrungshaft ist und aussagt dass immer mehr sich das Verhältnis der Energie*־ arten zugunsten der Wärme verschiebt. Entelechie ist nun keine Energie. Wir können das Gesetz der Erhaltung der Energie völlig unangetastet lassen : Entelechie verändert nicht den Betrag der Energie, sondern suspendiert nur mögliches Geschehen. Was also anorganisch sofort ablaufen könnte, wird von ihr vorübergehend gehemmt. Bei allem schreiben wir ihr ein Minimum an Leistungen zu. Bei dem bisher festgelegten Verhältnis der Entelechie zur Materie ist die Abhängkeit des Lebens von den Einflüssen des Mediums durchaus begreiflich. In einem widerspricht nun die Entelechielehre der anorganischen Energetik: im Anorganischen kann ein System nicht aus sieb seihst in einen heterogeneren Zustand ühergeführt werden; organische Systeme hingegen können ohne Beziehungen auf ausserhalb ihrer selbst gelegene materielle und energetische Faktoren zu höherem Grad von Verteilungsmannigfaltigkeit gelangen. Dazu befähigt Entelechie. Mit Rücksicht auf seine besondere Gesetzlichkeit hat ein Physiker, nämlich Auerbach, das Leben als Gegengewicht gegen den Prozess der Zerstreuung in der Physik angesehen. — 3. Die anorganische Welt hat in der mechanischen Physik eine Darstellung gefunden, die entschieden, kraft ihres logischen Charakters, hohe Berechtigung hat. Nachdem wir gesehen haben, inwieweit Entelechie die Energetik ungestört lässt, inwiefern es aber den Charakter des Mechanischen ändert, erhebt sich die Frage: Wie wirkt sie auf mechanische Systeme? Diese Be- Ziehung wendet sich nicht Bewegung als solcher sondern der

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