Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 489

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 489 (sequence 71)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2292929-2293004-2293010--05334-2298617
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Philosophie des Organischen 480 typische Bewegung beim Wachsen (z. B. Helio- und Geotropismus bei den Pflanzen: Licht und Schwerkraft haben auf die Pachtung einen Einfluss) schliesst nicht mit Sicherheit mechanistische Deutung aus, obgleich es Akklimatisation, Gewöhnung an einen Reiz, und anderes gibt, das nicht leicht einer Maschine eignen dürfte. Auch bezüglich der Taxis will ich hier kurz sein, weil ihr Geltungsbereich offenbar beschränkt ist; wir verstehen darunter spezifische Orientierung einer spezifischen Achse mit Rücksicht auf die Richtung irgend eines gerichteten Agens des Mediums (Driesch); ein sicherer Fall ist die Galvanotaxis, der richtende Einfluss des elektrischen Stroms auf eine Reihe Einzelliger. Der ursprünglichste Bewegungsakt ist die Bewegung aufs Geratewohl. Das Resultat der meisten Reaktionen ist lebenserhaltend oderfördernd. Es gibt eine Klasse von Bewegungen, die wir k 0 0 r d i ־ n i e r t nennen, weil eine Reihe motorischer Akte entweder gleichzeitig oder hintereinander in typischer OrdnuDg als Einheit verläuft. Zu ihnen gehört der Ablauf der Innervationen bei vielen rhythmischen Bewegungen z. B. beim Geben. Die Reizung verläuft immer zu dem gedehnten Muskel (Sherrington); das ist immer der, welcher gerade nicht kontrahiert ist; so kommt das Wechselspiel der Antagonisten mühelos zustande. Aber diese Bewegungen liessen sich noch maschinell deuten, und selbst Instinktbewegungen würden nur dann den Vitalismus beweisen, wenn die instinktreize nicht einfacher Natur wären. Einfacher Natur ist Licht, Geruch etc., individualisiert ist der Reiz, den ein Organismus als solcher abgibt; das Problem ist so gestellt: ist die angeborene Abneigung zwischen Hund und Katze darauf zurückzuführen, dass sich Hund uud Katze gegenseitig als solche erkennen, auch wenn sie das erste Mal zusammentreffen (Instinktbewegungen sind von der Erfahrung unabhängig und laufen gleich das erste Mal vollendet ab), oder ist ein besonderer Geruch im Spiel? Letzteres ist wahrscheinlicher. Bisher sind solch individualisierte Reize auf diesem Gebiet nicht gesichert; wohl sind sie wahrscheinlich, und für den Fall hres sicheren Vorhandenseins, wie es wohl für das Gebiet der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.