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Jeschurun · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 490

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 490 (sequence 72)
Language
German
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490 Philosophie des Organischen Geschlechtlichkeit zu erwarten ist. wäre auch hier Vitalismus im Spiel. Gesichert ist die Autonomie auf dem Feld der Handlung. Auch hier handelt sich für Driesch nur um das Studium ganz bestimmter Bewegungen. Alles Psychologische bat hier im Rahmen biologischer Forschung keinen Platz. Schwer ist die Definition der Handlung, soweit sie Bewegung ist. Jedenfalls ist eine Handlung eine Bewegung, deren Besonderheit nicht nur vom aktuellen Reiz, sondern der Besonderheit aller Reize der Vergangenheit und ihrer Effekte abhängt. Erfahrung ist der der Psychologie entnommene Ausdruck, der hier bedeutsam ist; sie scheidet die Handlung vom Instinkt. Historische Reaktionsbasis ist das eine Kriterium der Handlung; die Elemente der Reize bleiben als solche aufbewahrt Die Individualität der Zuordnung von Reiz und Effekt das zweite. Der Organismus totalisiert den Reiz, der von aussen als Summe kam, und es antwortet ein totaler Effekt. Während das erste Kriterium vom Vermögen zur Handlung spricht, sagt das zweite über ihre Verwirklichung aus. Ein Beispiel wird deutlicher machen, was der Organismus leistet. Wenn jemand mir sagt: ״mein Vater ist krank“, so wird das einen ganz bestimmten Effekt haben; ich werde ihn trösten, ihm raten uswr. Verändert er nur einen Buchstaben u?jä sagt mir: ״Dein Vater ist krank״, so werde ich wohl bestürzt davon laufen und vielerlei tun, um meinem Vater beizustehen. Nehme ich nun an, dass der Fremde, der mir die Nachricht bringt, ein Franzose ist, so wird er sagen: Ton pere est malade. Dieser phonetisch von jenem völlig verschiedene Satz wird aber eine identische Wirkung haben. Hier ergibt sich nun ein echter dritter Beweis des Vitalismus: denn es ist auf unendlich vielfache Weise möglich, denselben Effekt zu erzielen, sei es durch Wechsel der Sprache, sei es durch Verwendung anderer Wörter und Satzgefüge. Ebenso erkenne ich einen Löwen, welche Stellung er auch immer einnimmt — es gibt unendlich viele — und würde, wenn er in der Wüste mir begegnete, in typischer Weise reagieren. Das

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