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Jeschurun · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 488

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 488 (sequence 70)
Language
German
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488 Philosophie des Organischen Salamander und Alpensalamander zwang, unter veränderten Milieubedingungen ihre Jungen zur Welt zu bringen u. a. m., ist von hohem Interesse. Doch können ,wir umso weniger dabei verweilen, als diese Dinge noch nicht spruchreif sind. — Sehr kurz will ich mich bei der Wiedergabe des Kapitels Systematik und Deszendenztheorie fassen. Driesch gibt den Gedanken der Deszendenz nicht preis, obgleich er die beiden üblichen Formen, Darwinismus und Lamarckismus, ablehnt und das mit Schroffheit, die freilich nicht die Männer Darwin und L a m a r c k sondern ihre Nachfolger treffen 8011. Der Darwinismus fällt, weil natürlich Zuchtwahl nur ausmerzt10) nichts aber neubildet, fluktuierende Variationen aber nach Johannsen keine Grundlage abgeben können, weil sie nicht erblich sind. Der Lamarckismus, der von der Anpassung ausgeht, stützt die Deszendenz auf aktive Stapelung zufälliger Variationen. Im Grunde genommen11) unterliegt dies Prinzip derselben Kritik wie der Darwinismus. Dass Driesch dennoch an der Deszendenz festhält, beruht auf den Anzeichen einer Ganzheit der organischen Welf: der Möglichkeit eines echten Systems des Tierreichs, dem Prinzip der Fortpflanzung, und sog. fremddienlicher Zweckmässigkeit (E. Becher) d. i. eine Einrichtung des Organismus, die nicht ihm sondern einem andern dient (Pflanzengallen). 5. Ein ausserordentlich schweres und bis in die Tiefen organischer Beschaffenheit hinabdringendes Problem, von dem die schulmässige Biologie nicht eben viel berichtet, und das den meisten Studenten völlig unbekannt bleibt, ist das der 0 r - ganischen Bewegung e n. Der Reflex (z. B. Husten, Brechen), eine spezifische Bewegung eines Körperteils, die auf den Reiz eines spezifischen Teils des Körpers in absoluter Fixiertheit und Unveränderlichkeit jedes Mal erfolgt, lässt ganz gewiss mechanische Deutung zu, und der Tropismus d. i. 10) Ich habe das bereits mit Beratung auf Driesch 1914 in Jeschurun I/lü betont. H) Wiegand sagt: aus zufälligem Steinhaufen kann nie und nimmer das Parthenon entstehen.

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